NBank Geschäftsjahr 2022 - Förderergebnis in originärer Fördertätigkeit mit fast 1,55 Milliarden Euro auf Rekordniveau

10.05.2023

NBank bewilligte seit März 2020 insgesamt über 397.000 Corona-Hilfen über einen Gesamtbetrag von 8,561 Milliarden Euro

Die Fördermittel der NBank in ihren originären Förderbereichen (ohne Corona-Hilfen) wurden im Jahr 2022 stärker nachgefragt als jemals zuvor. Gegenüber 2021, als mehr als 1,2 Milliarden Euro Fördermittel bewilligt wurden, war ein fast dreißigprozentiger Anstieg auf 1,55 Milliarden Euro zu verzeichnen. Mit den Corona-Hilfen zusammen ergibt sich im Geschäftsjahr 2022 ein Fördervolumen von mehr als 3,5 Milliarden Euro.

Insgesamt bewilligte die NBank seit März 2020 für Unternehmen und Menschen in Niedersachsen genau 397.707 Corona-Hilfen über einen Gesamtbetrag von 8,561 Milliarden Euro. Davon alleine 55.966 über fast 2 Milliarden Euro in 2022.

„Dieses sehr gute Ergebnis und die hohe Nachfrage nach Förderangeboten zeigt, wie wichtig die NBank als landeseigene, zentrale Förderbank für Niedersachsen ist. Mit großem Know-How in der Umsetzung ihres Auftrages ist sie als der Ansprechpartner für Förderungen bei vielen Akteuren geschätzt und gefragt.“ Frank Doods, Staatssekretär und NBank-Verwaltungsratsvorsitzender

Wirtschaftsförderung erneut mit Zuwachs

„Im Bereich der Wirtschaftsförderung standen wir insbesondere vor zwei Herausforderungen: Auf der einen Seite galt es erneut, Krisenfolgen abzumildern. Auf der anderen Seite ging es darum, die Unternehmen im Kontext der transformativen Herausforderungen der aktuellen Zeit zu stärken. Durch jede einzelne Förderung haben wir einen wichtigen Beitrag geleistet, Niedersachsen voranzubringen“, so der Vorstandsvorsitzende der NBank, Michael Kiesewetter.

Für die Wirtschaftsförderung (ohne Corona-Hilfen) war 2022 mit einem Volumenanstieg auf insgesamt 266 Millionen Euro (Vorjahr: 231 Millionen Euro) wieder ein Jahr mit starker Nachfrage. „Dahinter stehen fast 4.500 Förderungen, die den Unternehmen in Niedersachsen zur Verfügung gestellt wurden und eine Investition in die Zukunftsfähigkeit des Landes Niedersachsen darstellen“, so Michael Kiesewetter.

Besonders erwähnenswert sind die Einzelbetriebliche Investitionsförderung oder die Förderung von Start-up Zentren.

Investitionsförderungen sind gerade in strukturschwachen Gebieten von besonderer Bedeutung. Sie dienen dem Ausgleich von Standortnachteilen und fördern Wettbewerbs- und Anpassungsfähigkeit der dort ansässigen Wirtschaft. Dazu dient die Einzelbetriebliche Investitionsförderung, mit der die NBank seit ihrem Bestehen definierte Fördergebiete in Niedersachsen unterstützt. Im vergangenen Geschäftsjahr wurden 78 Förderungen mit einem Volumen von mehr als 33 Millionen Euro abgefragt.

Neben Investitionen kommt es auch auf Innovationen an. Und hier spielen Start-ups eine wichtige Rolle. Über sie werden neue Ideen und Produkte für die niedersächsische Wirtschaft nutzbar. Um eine breitgefächerte Unterstützung für alle Gründungswilligen und jungen Unternehmenspersönlichkeiten sicherzustellen, unterstützte die NBank bspw. 20 Startup-Zentren mit fast 9,4 Millionen Euro.

Höchster Wohnraumförderbetrag seit Bestehen der NBank

In der Wohnraumförderung wurden gegenüber dem Vorjahr nochmals mehr Wohnungen gefördert. Waren es 2021 insgesamt 2.149 Wohnungen, für die eine Fördersumme von 160 Millionen Euro zu Buche steht, konnten in 2022 bereits mehr als 2.700 Wohnungen in Niedersachsen gefördert werden. Zur Erstellung der Wohnungen wurden mehr als 350 Millionen Euro investiert. Dies ist die größte Zahl an geförderten Wohnungen seit Gründung der NBank im Jahr 2004.

Trotzdem ist der Bedarf an bezahlbaren Wohnraum damit nicht gedeckt.

„Der Druck in den Kommunen ist hoch, bezahlbarer Wohnraum wird dringend benötigt. Die Kostensteigerungen bedeuten aber auch, dass es immer schwieriger wird, bezahlbaren Wohnraum bereitzustellen. Das ist insbesondere in den Ballungsräumen der Fall. Wir sind mit attraktiven, langfristig günstigen Konditionen am Markt. Die Zinswende macht die Wohnraumförderung umso mehr zu einer attraktiven Alternative. Aktuell steigen die Beratungsgespräche und Antragszahlen kontinuierlich an, auch aus dem Kreis privater Investoren.“ Dr. Ulf Meier, NBank Vorstandsmitglied

Beruflicher Aufstieg von Fachkräften weiter im Fokus und mit beachtlicher Nachfrage

Die veränderten Anforderungen am Arbeitsmarkt spiegeln sich in der Förderung wider. Besonders gefragt sind Förderangebote, die der Qualifizierung von Arbeitskräften dienen. Hieran haben sowohl Unternehmen als auch Beschäftigte Interesse.

Deutlichstes Indiz hierfür ist zum wiederholten Mal das sogenannte Aufstiegs-BaföG. Insgesamt 106 Millionen Euro wurden 2022 im Rahmen des Aufstiegs-BAföG (früher Meister-BAföG) als Zuschussförderung ausgezahlt. Im Jahr 2019 waren es noch lediglich 34 Millionen Euro. Auch die Anzahl der geförderten Menschen erreicht mit über 22.500 in Niedersachsen eine neue Bestmarke. Ermöglicht wurde dies durch eine umfassende Gesetzesnovellierung des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes (AFBG) im Jahr 2020, die die Förderleistungen, insbesondere von Teilnehmenden an Vollzeitmaßnahmen, deutlich verbessert hat. Besonders profitieren davon Personen mit Kindern.

„Die Fachkräfteentwicklung bildet einen konstanten und wichtigen Schwerpunkt im Förderangebot der NBank. Sie ist ein effektives Mittel gegen den Fachkräftemangel. Das Aufstiegs-BAföG gibt vielen Menschen die Möglichkeit, beruflich voranzukommen. Jede Förderung steht somit für eine echte Chance für die Antragstellenden“, so Dr. Ulf Meier.

Dass die Menschen in Niedersachsen Weiterbildung und Fortkommen sehr positiv gegenüberstehen, zeigt auch die Meisterprämie im Handwerk. Sie wurde von 2.159 Personen in Anspruch genommen. Aufgewendet wurden dafür fast 8,7 Millionen Euro.

Insgesamt unterstützte die NBank den Arbeitsmarkt mit fast 272 Millionen Euro und übertraf damit den Vorjahreswert um mehr als 90 Millionen Euro. Im Einzelnen steckten dahinter 29.409 Förderungen nach 24.395 im Vorjahr.

Produktportfolio der NBank auf Belange der Kommunen ausgerichtet

Die Infrastrukturförderung verzeichnete eine rege Nachfrage und stieg von 707 Millionen Euro leicht auf 714,5 Millionen an. Neben dem mittelbaren Effekt auf die Wirtschaft zielt die Infrastrukturförderung auf das Leben der Menschen vor Ort. Durch den Um- und Ausbau von öffentlicher Infrastruktur wird das Leben in der Stadt oder auf dem Land attraktiver und gemeinschaftsorientierter.

Immer stärker nehmen die niedersächsischen Kommunen dabei den „Kommunalen Infrastrukturkredit Niedersachsen“ in Anspruch. Im zurückliegenden Geschäftsjahr waren es Kredite von insgesamt 225,5 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch annähernd 163 Millionen, die den Kommunen von der NBank zur Verfügung gestellt wurden.

Die Wasserstoffrichtlinie, mit der insgesamt 36 Förderungen über gut 54 Millionen Euro umgesetzt wurden, setzt einen merkbaren Impuls im Bereich der neuen Energien.

Die 128 Förderungen über fast 67 Millionen Euro aus dem Förderprogramm „Lebendige Zentren“ sorgen dafür, dass Städte für Menschen weiter attraktiv bleiben. „An der Infrastrukturförderung wird die Spannbreite der Förderungen der NBank deutlich und auch, wie Land, Menschen und Kommunen von der Arbeit der Bank profitieren“, so NBank Vorstandsvorsitzender Michael Kiesewetter.

Ausblick

In der Wohnraumförderung knüpft 2023 nahtlos an das Rekordjahr 2022 an. Aktuell wurden bereits 61 Millionen Euro bewilligt. Zudem liegen derzeit rund 90 Anträge mit einem zusätzlichen Volumen von 215 Millionen Euro vor. Mit diesen Fördermitteln werden nach aktuellem Stand rund 1.550 Wohnungen entstehen.

Als Arbeitspaket, das für die Mitarbeitenden der NBank eine weitere, intensive Aufgabe darstellt, stehen Rückmelde- und Prüfverfahren aus den Corona-Programmen an, die sich noch über einen längeren Zeitraum ziehen. Rückzahlungen ergeben sich nur dann, wenn die wirtschaftliche Verfasstheit des Unternehmens besser war und eine Corona-bezogene Förderung eigentlich entbehrlich oder nur in geringerem Umfang notwendig war.

Die Herausforderungen an die Wirtschaftskraft des Landes und die Leistungsfähigkeit der Menschen in Niedersachsen bleiben immens. Um dies zu bewältigen, ist eine schlagkräftige Förderbank erforderlich. Dieses Ziel wird von der Landesregierung geteilt. „Der Prämisse einer möglichst effizienten Förderung folgend, gilt es dabei ein einfach zu durchschauendes Fördersystem mit möglichst geringer Komplexität und digitalen Antrags- und Bewilligungsverfahren weiter zu etablieren“, so der Verwaltungsratsvorsitzende Staatssekretär Frank Doods.

„Dass grundsätzlich Spielraum für eine Stärkung der Bank gegeben ist, zeigt der Vergleich der Bundesländer. Schließlich ist die NBank zurzeit im Verhältnis von Bilanzsumme zu Landes-Brutto-Inlands-Produkt das kleinste Förderinstitut Deutschlands. Mehr Bank wagen, wäre ein geeignetes Stichwort“ Michael Kiesewetter, Vorstandsvorsitzender der NBank

Neben den zahlreichen, wichtigen Zuschussförderungen unterstützt die NBank mit Bankprodukten wie Krediten, Beteiligungen und Bürgschaften. Die NBank kann die Förderung des Landes durch neue Bankprodukte z.B. im Bereich der Kommunal-, Wohnraum oder Unternehmensförderung weiter ergänzen.

„Die vorhandenen Kompetenzen der NBank als zentrales Förderinstitut intensiv zu nutzen, auch durch die stärkere Nutzung der Beteiligungs- und Kreditförderung neben der Gewährung von Zuschüssen, ist daher nur konsequent. Jedoch wird durch diese Ausweitung mehr Eigenkapital, eine angepasste Kapitalplanung und insgesamt die Entwicklung von marktgängigen Kreditprogrammen notwendig werden. Gespräche zur Entwicklung hierzu stehen noch an“, erläuterte der Verwaltungsratsvorsitzende Staatssekretär Frank Doods.

„Eine so gestärkte NBank kann die wirtschaftliche Entwicklung im Land noch stärker unterstützen und Zukunftsinvestitionen bei den großen Transformationsthemen wie Nachhaltigkeit, Klima- und Ressourcenschutz und Digitalisierung verstärkt ermöglichen“, so Vorstandsvorsitzender Michael Kiesewetter.

Gemeinsam wachsen - Unser Förderjahr 2022

In diesem Bericht wollen wir Ihnen eine Auswahl geförderter Projekte vorstellen. Und so gemeinsam noch einmal den Blick darauf lenken, als wie vielfältig, resilient und damit zukunftsfähig sich die Menschen und die Wirtschaft in Niedersachsen im vergangenen Jahr erwiesen haben.

Wir sind für Sie da

Heinke Traeger

Heinke Traeger

Pressesprecherin
Tobias Köhne

Tobias Köhne

Leitung Unternehmenskommunikation

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