Die Wohnungsbaukonjunktur in Niedersachsen zeigt im ersten Halbjahr 2026 klare Erholungstendenzen.

Nach mehreren Jahren rückläufiger Bautätigkeit sprechen sowohl die aktuellen Konjunkturindikatoren als auch die Entwicklung der Baugenehmigungen für eine Stabilisierung und Belebung des Wohnungsbaus.

Positive Signale aus dem Wohnungsbau

Die amtlichen Statistikdaten für das erste Halbjahr 2026 weisen auf einen zunehmend gefestigten Aufschwung hin. Sowohl der Umsatz im Wohnungsbau als auch die geleisteten Arbeitsstunden und die Auftragseingänge entwickelten sich positiv. Besonders im zweiten Quartal konnten die Auftragseingänge spürbar zulegen.

Auch die Baugenehmigungen liegen deutlich über dem Vorjahresniveau. Nach einem besonders starken ersten Quartal fiel das zweite Quartal ebenfalls klar besser aus als der Vergleichszeitraum 2025. Die aktuellen Daten deuten damit auf eine nachhaltigere Erholung hin, nachdem sich die Wohnungsbaukonjunktur in den vergangenen Jahren erheblich abgeschwächt hatte.

Für Deutschland insgesamt zeichnet die aktuelle ifo-Konjunkturumfrage ebenfalls ein leicht verbessertes Geschäftsklima im Wohnungsbau. Damit bestätigen sowohl die niedersächsischen als auch die bundesweiten Indikatoren den beginnenden Aufwärtstrend.

Deutliche Erholung nach historischer Schwächephase

Zwischen 2021 und 2024 hatten sich die Baugenehmigungen in Niedersachsen nahezu halbiert. Im Jahr 2025 setzte zwar bereits eine erste Stabilisierung ein, die Erholung blieb jedoch noch vergleichsweise verhalten. Im laufenden Jahr 2026 zeigt sich nun ein deutlich stärkerer Anstieg.

Da in Aufschwungphasen das zweite Halbjahr erfahrungsgemäß häufig dynamischer verläuft als die ersten sechs Monate, spricht vieles dafür, dass das positive Ergebnis des ersten Halbjahres bis zum Jahresende mindestens gehalten werden kann. Unter dieser Annahme sind für Niedersachsen im Gesamtjahr 2026 mehr als 32.000 Baugenehmigungen zu erwarten.

Geschosswohnungsbau als zentraler Wachstumstreiber

Die aktuelle Entwicklung wird vor allem vom Geschosswohnungsbau getragen. In diesem Segment könnten die Genehmigungszahlen 2026 wieder ein Niveau erreichen, das zuletzt im Boomjahr 2021 verzeichnet wurde.

Besonders bemerkenswert ist diese Entwicklung vor dem Hintergrund der vergangenen Jahre, in denen gerade der Bau von Mehrfamilienhäusern unter gestiegenen Baukosten, höheren Finanzierungskosten und einer zurückhaltenden Investitionsbereitschaft gelitten hatte.

Auch im Eigenheimbereich zeichnet sich inzwischen eine Verbesserung ab. Während 2025 noch kaum eine Erholung vom Tiefpunkt des Jahres 2024 erkennbar war, entwickeln sich die Baugenehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser 2026 wieder positiv. Die Zuwächse werden dabei insbesondere von Wohnungen in Zweifamilienhäusern getragen.

Niedersachsen dynamischer als der Bundesdurchschnitt

Im bundesweiten Vergleich zeigt sich Niedersachsen derzeit besonders dynamisch.

Deutschlandweit lag der Rückgang der Baugenehmigungen zwischen 2021 und 2024 bei rund 40 Prozent und fiel damit weniger stark aus als in Niedersachsen. Die Erholung setzte dafür bereits 2025 etwas früher ein. Mit einem Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr fiel der Zuwachs dort etwa doppelt so hoch aus wie in Niedersachsen.

Im Jahr 2026 verläuft die Entwicklung auf Bundesebene bislang jedoch deutlich moderater als in Niedersachsen. Zudem werden die beiden großen Marktsegmente nahezu gleichermaßen von der Erholung erfasst: Sowohl Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern als auch Geschosswohnungen verzeichnen bundesweit derzeit Zuwächse von jeweils rund 16 Prozent.

Ausblick

Die bisherigen Daten sprechen dafür, dass sich der Wohnungsbau in Niedersachsen zunehmend von der Schwächephase der vergangenen Jahre löst. Besonders die Entwicklung im Geschosswohnungsbau liefert wichtige Impulse für die Wohnraumversorgung.

Ob sich aus der aktuellen Erholung ein dauerhaft tragfähiger Aufschwung entwickelt, wird vor allem davon abhängen, wie sich die Investitionsbedingungen, Finanzierungskosten und die gesamtwirtschaftliche Lage in den kommenden Monaten entwickeln. Die Ergebnisse des ersten Halbjahres 2026 liefern jedoch Hinweise darauf, dass die Talsohle im niedersächsischen Wohnungsbau durchschritten ist.

Halbjahresbilanz der Baugenehmigungen in Niedersachsen 2026
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