Sicheres Wohnen gemeinsam gestalten: SiPa-Jahrestagung diskutiert Unterstützung für gewaltbetroffene Frauen
Wie können Frauen nach Gewalterfahrungen leichter eine sichere Wohnung finden und damit den Weg in ein selbstbestimmtes Leben gehen? Diese Frage stand im Mittelpunkt der diesjährigen Jahrestagung der Sicherheitspartnerschaft im Städtebau in Niedersachsen (SiPa) am 17. September 2026. Als langjähriges Mitglied der Sicherheitspartnerschaft war die NBank in Hannover Gastgeberin der Veranstaltung.
Die SiPa bringt unterschiedliche Partner zusammen, um Wohnen und Wohnquartiere sicherer und lebenswerter zu gestalten. Wie wichtig dabei die gemeinsame Arbeit ist, betonte NBank-Vorstandsvorsitzender Michael Kiesewetter in seinem Grußwort:
Die Sicherheitspartnerschaft im Städtebau lebt von dem Gedanken – gemeinsam handeln. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit ist beeindruckend. Sie zeigt, dass Sicherheit im Alltag nicht von einer Stelle allein geschaffen werden kann.
Sicherer Wohnraum kann neue Perspektiven schaffen
Unter dem Motto „Gemeinsam handeln, sicher leben – Wohnraum für gewaltbetroffene Frauen“ richtete die Tagung den Blick in diesem Jahr auf ein besonders wichtiges Thema. Vertreterinnen und Vertreter aus Wohnungswirtschaft, Kommunen, Frauenhäusern, Wohnungslosenhilfe, Wissenschaft und Prävention diskutierten darüber, wie Frauen nach Gewalterfahrungen besser Zugang zu sicherem Wohnraum erhalten können.
Denn eine eigene Wohnung bedeutet weit mehr als nur ein neues Zuhause. Michael Kiesewetter brachte es so auf den Punkt: „Die eigene Wohnung ist mehr als ein Dach über dem Kopf. Sie steht für Schutz, Rückzug, Selbstbestimmung und Würde. Für Frauen, die von Gewalt betroffen sind, ist eine eigene Wohnung oft der entscheidende Schritt in ein neues Leben.“
Vorträge aus Wissenschaft und Praxis und eine Podiumsdiskussion machten deutlich, wo die Herausforderungen liegen: Fehlender bezahlbarer Wohnraum, finanzielle Unsicherheiten, bürokratische Hürden und fehlende Informationen über Unterstützungsangebote können den Neustart erschweren.
Gleichzeitig wurde deutlich: Gemeinsames Handeln kann etwas bewegen. Wenn Kommunen, Wohnungsunternehmen, Frauenhäuser und Wohnungslosenhilfe ihr Wissen und ihre Erfahrungen zusammenbringen, können praktische Lösungen entstehen, die betroffenen Frauen konkret helfen.
Sechs Qualitätssiegel für sicheres Wohnen verliehen
Ein fester Bestandteil der Jahrestagung ist die Verleihung des Niedersächsischen Qualitätssiegels für sicheres Wohnen. Damit werden Wohnungsunternehmen ausgezeichnet, die sich besonders für Sicherheit und Lebensqualität in ihrem Wohnumfeld einsetzen.
In diesem Jahr verlieh die Niedersächsische Justizministerin Dr. Kathrin Wahlmann sechs Qualitätssiegel: Ausgezeichnet wurden ein Wohnobjekt der Nibelungen-Wohnbau-GmbH Braunschweig und fünf Objekte der kwg Kreiswohnbaugesellschaft Hildesheim mbH.
Die NBank unterstützt das Qualitätssiegel bereits seit vielen Jahren über die bei ihr angesiedelte Geschäftsstelle. Seit der Einführung im Jahr 2010 wurden insgesamt 80 Wohnobjekte ausgezeichnet. Inzwischen berät die Geschäftsstelle außerdem zum „Leitfaden Lebenswertes Quartier“.
Für Michael Kiesewetter ist klar: „Sicherheit im Wohnen ist kein Zufall – sie wird geplant, gestaltet und umgesetzt.“
Netzwerk bekommt Verstärkung
Auch die Sicherheitspartnerschaft selbst wächst weiter: Mit der IHK Niedersachsen (IHKN) begrüßte die SiPa bei der Jahrestagung ein neues Mitglied. „Der Beitritt der IHK Niedersachsen ist ein starkes Signal für die Zukunft der Sicherheitspartnerschaft. Sicherheit gelingt am besten, wenn Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam handeln. Mit der IHKN gewinnen wir einen neuen Partner, der wichtige Erfahrungen und Perspektiven in die SiPa einbringt“, so Justizministerin Dr. Kathrin Wahlmann.
Insgesamt vereint die SiPa nun 23 Akteure aus den Bereichen Sicherheit, Wohnen, Planen, Bauen, Kommunen und Wissenschaft. Gemeinsam setzen sie sich dafür ein, Sicherheit und Lebensqualität in niedersächsischen Wohnquartieren dauerhaft zu stärken.
Die Jahrestagung knüpfte zugleich an die niedersächsische Kampagne „Kein Raum für Häusliche Gewalt“ an. Sie bindet Wohnungsunternehmen stärker in den Schutz und die Unterstützung Betroffener ein.