Niedersachsen unterstützt Fraunhofer-Institut am Wasserstoffcampus Salzgitter

Kofinanziert von der EU
12.06.2026

Im Rahmen ihrer Sommerreise durch den Amtsbezirk Braunschweig hat Niedersachsens Ministerin für Europa und Regionale Landesentwicklung Melanie Walter am Wasserstoffcampus Salzgitter einen Förderbescheid für das Projekt „Wasserstoff Netzwerk SüdOstNiedersachsen“ an das Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik IST übergeben.

Das Projekt wird im Rahmen des Förderprogramms „Zukunftsregionen in Niedersachsen“ mit rund 76.000 Euro gefördert. Ziel ist es, die Region SüdOstNiedersachsen (SON) strategisch, organisatorisch und fachlich auf den Hochlauf einer regionalen Wasserstoffwirtschaft vorzubereiten und die Voraussetzungen für eine klimafreundliche Energieversorgung der Zukunft zu schaffen.

„Wasserstoff ist ein entscheidender Baustein für das Gelingen der Energiewende und die klimaneutrale Transformation unserer Wirtschaft. Mit diesem Projekt schaffen die beteiligten Partner die Grundlage dafür, dass SüdOstNiedersachsen die Chancen der Wasserstoffwirtschaft gemeinsam und strategisch nutzen kann. Besonders wichtig ist dabei die enge Zusammenarbeit über kommunale Grenzen hinweg. So entstehen tragfähige Lösungen für eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Region“ Melanie Walter, Ministerin für Europa und Regionale Landesentwicklung

Projektträger ist das Fraunhofer IST, das seine wissenschaftliche Expertise und langjährige Erfahrung in der Bewertung von Energiesystemen in das Vorhaben einbringt. Gleichzeitig wird der bestehende Wasserstoffcampus Salzgitter organisatorisch zum „Wasserstoff Campus SON“ weiterentwickelt. Er soll künftig als zentrale Anlaufstelle für Kommunen, Unternehmen und weitere Akteure der Region dienen.

Prof. Dr.-Ing. Sabrina Zellmer, stellvertretende Institutsleiterin des Fraunhofer IST und Sprecherin des Innovationsverbundes Wasserstoffcampus Salzgitter: „Wir freuen uns sehr über die Förderung durch das Programm ‚Zukunftsregionen in Niedersachsen‘. Gemeinsam mit den beteiligten Landkreisen und Städten wollen wir zukünftig die Potenziale einer regionalen Wasserstoffwirtschaft aufzeigen und entwickeln. Der Wasserstoff Campus dient hierzu als Anlaufstelle für alle regionalen Akteure in SüdOstNiedersachsen. Wir wollen einen Beitrag leisten, die Energiewende in der Region erfolgreich zu beschleunigen.“

Ralf Sygusch, Vorsitzender der Steuerungsgruppe der Zukunftsregion SüdOstNiedersachsen: „Mit dem Projekt Wasserstoffnetzwerk SON wird die Idee, die wir mit dem Förderprogramm Zukunftsregion SüdOstNiedersachsen verfolgen, auf den Punkt gebracht: gute Ansätze aus der Region werden aufgegriffen, weiterentwickelt und in eine gemeinsame Umsetzung überführt. Es ist wichtig, vorhandene Kompetenzen, wie sie am Wasserstoff Campus Salzgitter bereits bestehen, gezielt zu fördern, zu unterstützen und die Akteure unter ein Dach zu bringen. Damit stärken wir die Zusammenarbeit, ermöglichen Innovation und richten die Region aktiv auf die Zukunft aus.“

Im Mittelpunkt des Vorhabens steht die Entwicklung eines interkommunal abgestimmten Wasserstoffinfrastrukturkonzepts für die Region. Gemeinsam mit den Landkreisen Gifhorn, Helmstedt, Peine und Wolfenbüttel sowie den Städten Braunschweig, Salzgitter und Wolfsburg werden Bedarfe, Potenziale und Entwicklungsperspektiven in den Bereichen Industrie, Verkehr und Gebäude untersucht. Die Ergebnisse fließen in eine regionale Roadmap ein, die den Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur über das Jahr 2030 hinaus begleiten soll. Zur Umsetzung werden zunächst Strukturen für Koordination und Vernetzung geschaffen. Anschließend erfolgen eine Analyse der regionalen Wasserstoffpotenziale sowie die Erarbeitung eines integrierten Infrastrukturkonzepts. Ergänzt werden diese Arbeiten durch Wissenstransfer, Projektentwicklung, Fördermittelakquise sowie Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit. Ein eigens eingerichtetes H2Board-SON gewährleistet die kontinuierliche Einbindung der beteiligten Gebietskörperschaften.

Die Projektlaufzeit beträgt zwei Jahre. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 242.630 Euro. Neben der Förderung beteiligen sich das Fraunhofer IST und die Landkreise und Städte mit Eigenmitteln an der Finanzierung. Mit dem Vorhaben wird ein wichtiger Beitrag zur Dekarbonisierung der regionalen Wirtschaft, zur Stärkung der interkommunalen Zusammenarbeit und zur nachhaltigen Entwicklung SüdOstNiedersachsens geleistet.

Hintergrund

Mit dem Programm „Zukunftsregionen in Niedersachsen“ unterstützt das Land Niedersachsen die Zusammenarbeit von Landkreisen und kreisfreien Städten, um regionale Herausforderungen gemeinsam anzugehen. Die insgesamt 14 Zukunftsregionen erhalten dafür regionale Budgets für kreisübergreifende Projekte und Unterstützung für Regionalmanagements, die regionale Projekte entwickeln. Für diesen wichtigen Baustein einer aktiven Regionalpolitik setzt die Landesregierung bis zum 31. Dezember 2029 rund 96 Millionen Euro aus europäischen Fördermitteln (EFRE/ESF+) ein.

Die Zukunftsregion SüdOstNiedersachsen umfasst das Gebiet der Landkreise Gifhorn, Helmstedt, Wolfenbüttel, Goslar und Peine sowie die kreisfreien Städte Braunschweig, Wolfsburg und Salzgitter. Weitere Partner sind der Regionalverband Großraum Braunschweig und die Allianz für die Region. Über das Förderprogramm „Zukunftsregionen Niedersachsen“ sind für die Zukunftsregion SüdOstNiedersachsen knapp 5,5 Millionen Euro Fördermittel aus den EU-Förderfonds EFRE und ESF+ bis 2029 für Projekte reserviert sowie ein Regionalmanagement beim Regionalverband Großraum Braunschweig eingerichtet worden. Mit den EU-Mitteln können einschließlich regionaler Kofinanzierung bei einem zulässigen Fördersatz von 40 Prozent Projekte im Gesamtvolumen von über 13,5 Millionen Euro umgesetzt werden.

Quelle: Niedersächsische Staatskanzlei

Zukunftsregionen in Niedersachsen – Projekte

Weitere Informationen zu dieser Förderung finden Sie auf der Förderprogrammseite

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