Junge Menschen und digitalisierte Lebenswelten: Landesweite Tagung der niedersächsischen Jugendwerkstätten und Pro-Aktiv-Centren

Kofinanziert von der EU
06.11.2026

„Junge Menschen und digitalisierte Lebenswelten: Beziehungsarbeit als Schlüssel“ lautete das Thema der landesweiten Tagung der niedersächsischen Jugendwerkstätten und Pro-Aktiv-Centren am 4. November 2026. Rund 180 Fachkräfte kamen zusammen, um sich mit den Auswirkungen von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz auf die Lebenswelten junger Menschen und die pädagogische Arbeit auseinanderzusetzen.

Digitalisierung prägt zunehmend, wie junge Menschen kommunizieren, sich informieren und ihren Alltag gestalten. Diese Entwicklung wirkt sich auch auf die Soziale Arbeit und die Jugendberufshilfe aus. Mit der wachsenden Bedeutung Künstlicher Intelligenz entstehen dabei neue Möglichkeiten, aber auch neue Herausforderungen für die pädagogische Arbeit.

Gemeinsam mit Expertinnen und Experten diskutierten die Teilnehmenden, was diese Veränderungen für die Beziehungsarbeit mit jungen Menschen bedeuten. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Fachkräfte digitale Entwicklungen verstehen und einordnen können, um junge Menschen auch in digital geprägten Lebenswelten bedarfsgerecht zu begleiten.

Michael Kiesewetter, Vorstandsvorsitzender der NBank, betonte in seiner Begrüßung insbesondere die Bedeutung der persönlichen Beziehung:

So hilfreich digitale Möglichkeiten sein können: Vertrauen entsteht zwischen Menschen. Ermutigung entsteht zwischen Menschen. Und das Gefühl, ernst genommen zu werden, entsteht ebenfalls zwischen Menschen. Wenn junge Menschen schwierige Entscheidungen treffen müssen, wenn sie Rückschläge erleben oder wenn sie neuen Mut brauchen, dann helfen oft nicht zuerst technische Lösungen. Dann helfen Gespräche. Dann helfen Vorbilder. Dann helfen Menschen, die zuhören.

Michael Kiesewetter
Vorstandsvorsitzender der NBank

Impulse zu digitalen Lebenswelten und KI

Den fachlichen Auftakt gestaltete Prof. Angelika Beranek von der Hochschule München. Sie zeigte auf, wie selbstverständlich sich junge Menschen heute zwischen analogen und digitalen Lebenswelten bewegen und welche Herausforderungen sich daraus für ihre Entwicklung und ihren Alltag ergeben.

Im zweiten Impulsvortrag nahm der Medienpädagoge Till Neitsch Künstliche Intelligenz genauer in den Blick. Er erläuterte, warum KI-Anwendungen auf junge Menschen häufig kompetent, nahbar und vertraut wirken, und ging auf die Wirkung KI-generierter Online-Inhalte ein.

Von der Theorie in die Praxis

Anschließend wurden die Impulse in fünf Workshops aus unterschiedlichen Perspektiven vertieft. Die Fachkräfte erhielten die Gelegenheit, Fragestellungen aus ihrem Arbeitsalltag einzubringen, Erfahrungen auszutauschen und Ansätze für die eigene pädagogische Praxis zu diskutieren.

Auch über die Workshops hinaus bot die Tagung Raum für Austausch und Vernetzung zwischen den Teilnehmenden.

Eine zentrale Erkenntnis des Tages: Digitale Kompetenz und Beziehungsarbeit gehören zusammen. Um junge Menschen in ihren heutigen Lebenswelten zu erreichen und bedarfsgerecht zu begleiten, ist die Auseinandersetzung mit Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz für pädagogische Fachkräfte zunehmend wichtig. Gleichzeitig bleibt die persönliche Beziehung eine wesentliche Grundlage erfolgreicher Jugendberufshilfe.

Impressionen der Tagung

Weitere Informationen zu den Förderprogrammen

Jugendwerkstätten

In Jugendwerkstätten werden junge Menschen mit beruflichen Eingliederungshemmnissen und besonderem sozialpädagogischen Förderbedarf persönlich stabilisiert, sozial integriert und durch betriebsnahe Qualifizierung auf eine Ausbildung oder Beschäftigung vorbereitet.

Pro-Aktiv-Centren

Pro-Aktiv-Centren sind Beratungsstellen, welche individuelle Einzelfallhilfe für junge Menschen in problematischen Lebenslagen anbieten. Ziele sind soziale Stabilisierung, Bewältigung des Lebensalltags und die Schaffung von Alltagsstrukturen, die zur Verbesserung der Ausbildungs- und Beschäftigungsfähigkeit führen.

Wir sind für Sie da

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