Best Practice Modulbau gbg Hildesheim

Akteure und Erfolgsfaktoren

  • Gemeindetyp: Stadt
  • Art: kooperativ umgesetzter
  • vereinfachter Modulbau
  • Vorherige Nutzung: großzügige Rasenfläche
  • Zielgruppe: berechtigte Mieter nach NWofG

Wohnungswirtschaft

Durch konsequent serielles und modulares Bauen verringerte Realisierungszeit. Einfache Kubaturen und Bauelemente und -module. Gemeinschaftsräume und überdachte Fahrradstellplätze statt Keller und Tiefgarage. Gemeinsam entwickelt von Wohnungsunternehmen, Architekturbüro und Generalbauunternehmen.

Land Niedersachsen

Soziale Wohnraumförderung (erster und zweiter Förderweg) ermöglicht bezahlbares Wohnen für Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen.

Neubau als Bestandserweiterung auf eigenem Grundstück
Abbildung: Fertigstellung (Anfang 2026) Neubau als Bestandserweiterung auf eigenem Grundstück (Quelle: Frank Satow)

Partnerschaftlich und modular schneller neu bauen

Ausgangssituation und Projektbeschreibung
In der Lübecker Straße 12 und 14 in Hildesheim errichtet die gbg Wohnungsbaugesellschaft Hildesheim AG zwei neue Gebäude mit insgesamt 16 öffentlich geförderten Wohnungen. Das Projekt wurde als Nachverdichtung auf einem gbg-eigenen Grundstück geplant, das ursprünglich als Grünfläche genutzt wurde.

Umsetzung und Bauweise
Das Bauvorhaben setzt konsequent auf eine modulare Planung und eine serielle Bauweise. Die Architektur folgt einfachen Kubaturen, standardisierte Bauelemente reduzieren unnötige Komplexität. Bautechnisch wird auf langlebige, aber einfach ausführbare Konstruktionen gesetzt. Die einzelnen Module sind in vielfacher Hinsicht standardisiert und effizient über Laubengänge erschlossen. Dennoch ermöglicht die unterschiedliche Kombination architektonische Individualität. Auf Keller und
Tiefgaragen wird bewusst verzichtet. Stattdessen sind Abstellräume im Erdgeschoss und überdachte Fahrradstellplätze im Außenbereich vorgesehen. Insgesamt konnten damit die Planungs- und Genehmigungszeiträume straffer gestaltet werden. Allein die Genehmigungsdauer verringerte sich auf weniger als drei Monate. Nach Beginn der Rohbauarbeiten im Dezember 2024 wird im März 2026 bereits die Bezugsfertigkeit erreicht. Das Konzept, das unter dem Titel „Hildesheimer Modell“ firmiert, hat die gbg gemeinsam mit dem Generalunternehmer Weber Massivhaus GmbH und agsta Architekten mbB entwickelt. Besonders die enge Abstimmung zwischen der gbg, Architekturbüro, Fachplanung und ausführenden Firmen steuert die Umsetzung effizient und macht das Bauen schneller. Das aktuelle Projekt greift auf Erfahrungen und Grundrisse aus vorangegangenen Neubauten in serieller Bauweise zurück, um eine schnelle und qualitativ hochwertige Umsetzung sicherzustellen.

Bezahlbarkeit
Die Fördermittel aus der niedersächsischen Wohnraumförderung sind für das Projekt essenziell. Sie ermöglichen Mieten deutlich unterhalb der freien Marktmiete. Die Wohnungsgrößen zwischen 60 und 95 Quadratmetern und die Ausstattung entsprechen den Anforderungen der aktuellen niedersächsischen Wohnraumförderung, ebenso wie die Einhaltung der Vorgabe für die Baukosten pro Quadratmeter. So können die neuen Wohnungen zu 6,10 Euro/Quadratmeter angeboten werden.

Übertragbarkeit auf andere Städte und Gemeinden
Das Projekt „Lübecker Straße“ ist ein gutes Beispiel für die schnelle Schaffung von nachhaltigem und preiswertem Wohnraum mit Wohnraumförderung in Hildesheim. Es fügt sich nahtlos in die kommunale Strategie ein, den bezahlbaren Wohnungsbestand zu erweitern und zu modernisieren und gleichzeitig die Energieeffizienz und die Nachhaltigkeit zu steigern. Die sorgfältig vorbereitete und gesteuerte modulare Planung und serielle Bauweise mit standardisierten, aber individuell kombinierbaren Bauelementen ist auch auf andere Städte und Gemeinden übertragbar. Die Skalierbarkeit hängt vor allem von der Verfügbarkeit kommunaler Grundstücke, der Kooperation der Akteure und von Fördermitteln ab. Eine konsequente Weiterentwicklung des Konzepts erhöht zudem die Chance auf signifikante Baukosteneinsparungen.

Empfehlungen

Stärkung von Beratung und Akzeptanz bei Investoren und Akteuren zum modularen Planen und seriellen Bauen

Nutzung regionaler Kooperationen zwischen Fachplanung, Architekturbüro, Kommunen, Wohnungs- und Bauunternehmen sowie Förderinstitutionen.

Verbesserung der kommunalen Baulandpolitik zur Sicherung günstiger Grundstücke.

Förderung von Konzepten zur sozialen Durchmischung und Nachbarschaftsförderung.

Systematische Dokumentation und Verbreitung von Best-Practice-Erfahrungen für andere
Kommunen.

Titelbild Wohnungsmarktbericht Zeit umzubauen 2025

Wohnungsmarktbericht 2025 zum Download

Was sind die neuen Herausforderungen an den Wohnungsmärkten? Warum ist Bedarf nicht gleich Bedarf? Welche Strategien und Denkmuster erfordern nachhaltiges und bezahlbares Wohnen? Wie kann ganz konkret Bestehendes besser genutzt und Neues gezielt geschaffen werden, ohne Ressourcen zu verschwenden und Wohnen zu verteuern? Der aktuelle Bericht ordnet ein und regt an.

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