Niedrigschwelliges Angebot der Hochschule Weserbergland (HSW) öffnet Uni für nicht-traditionell Studierende

Die NBank stellt das Projekt Open BWL der Hochschule Weserbergland in einem Interview mit dem wissenschaftlichen Leiter des Projekts Prof. Dr. André von Zobeltitz vor. Kern des Projekts ist die Prüfung von Anrechnungspotentialen aus der beruflichen Erstausbildung für sechs kaufmännische Ausbildungsberufe auf ein berufsbegleitendes BWL Studium. Ziel ist die Verkürzung der Studienzeit von 4 auf 3 Jahre. Erreicht und animiert werden sollen im ESF-Programm Öffnung von Hochschulen insbesondere nicht-traditionell Studierende.

Prof. Dr. André von Zobeltitz | © Hochschule Weserbergland (HSW)

Herr Professor von Zobeltitz, worin liegen Besonderheit und Alleinstellungsmerkmal Ihres Projektes?

Open BWL will auf wissenschaftlich fundierter Basis eine umfassende Anrechnungsprüfung für Studien- und Weiterbildungsinteressierte mit kaufmännischer Erstausbildung (Industriekaufmann/-frau, Bankkaufmann/-frau, Kaufmann-/frau für Büromanagement, Kauffrau/-mann im Einzelhandel, Kaufmann-/frau im Groß- und Außenhandel sowie Europakauffrau/mann) durchführen. Den Studien- und Weiterbildungsinteressierten wird unter Ausschöpfung von Anrechnungspotenzialen ein berufsbegleitendes Studium in lediglich drei Jahren ermöglicht. Sollten einzelne Ausbildungsberufe über weniger Anrechnungspotenzial für das zu Grunde liegende Studium verfügen, können diese Lücken durch kleinteilige, vollständig virtuell durchführbare Mikro-Lernmodule geschlossen werden. Dieses niederschwellige Angebot ermöglicht es auch nicht-traditionell-Studierenden, zunächst zu erproben, ob ein Studium für sie geeignet ist. Eine weitere Besonderheit liegt darin, dass sowohl die ProbandInnen als auch die DozentInnen während der Erprobung der Lernmodule sukzessive mit zwei unterschiedlichen Lernmanagementsystemen arbeiten müssen. Somit besteht ein direkter Vergleich der Bedienbarkeit und der Lernunterstützung sowohl aus Sicht der Studierenden als auch der Dozierenden. Hierbei stellt insbesondere die digitale Konzeption mit der engen Abstimmung sowohl aus didaktischer als auch IT-Perspektive ein Novum an der Hochschule dar. Es wird interessant sein, inwiefern eines der LMS als klarer „Sieger“ hervorgeht, ob die beiden Zielgruppen sich in der Bewertung einig sind und welches erprobte System für die Durchführung asynchroner Lernangebote geeignet ist.

Gab es bei der Durchführung pandemiebedingt Probleme?

Nein, es gab keine pandemiebedingten Probleme in der Projektdurchführung. Dies liegt sicher vor allem daran, dass von vornherein keine Präsenzen geplant waren. Einzig die Gewinnung von ProbandInnen zeigte sich auf Grund des Ausfalls geplanter Informationsveranstaltungen in Präsenz als schwerer als geplant. Auch äußerten ProbandInnen ihre Bedenken hinsichtlich der Aufnahme eines berufsbegleitenden Studienangebots zu unsicheren Pandemiezeiten und sagten daher eine Erprobung nach erstem Interesse ab. Auch mit einer reduzierten Gruppe an ProbandInnen kann das Projekt aber ohne Probleme durchgeführt werden.

Wer kann wie von Ihren Ergebnissen profitieren?

Es besteht für alle eine Win-Win-Situation:

  • IT-Mitarbeitende der HSW: Good Practice in Konfiguration von und Support für LMS in Bezug auf virtuelle Lerneinheiten.
  • Professoren/-innen der HSW: Sammlung von Erfahrungen in Bezug auf die Konzeption von digitalen (Selbst-)Lerneinheiten.
  • Berufstätige Interessenten und nicht-traditionell Studierende im Rahmen akademischer Weiterbildung: Good Practice für orts- und zeitunabhängige Vorbereitung auf ein berufsbegleitendes Studium.
  • Studieninteressierte mit kaufmännischer Erstausbildung: Verkürzung der Studiendauer für ein betriebswirtschaftliches Studium von 4 auf 3 Jahre mit der damit verbundenen Reduktion von Studienkosten.

Die Hochschule Weserbergland arbeitet aktuell an einem Verstetigungskonzept zu den Projektergebnissen, damit auf den positiven Ergebnissen weiter aufgebaut werden kann.

Viel Erfolg für die weitere Durchführung Ihres Projektes!

Kontakt zu diesem Projekt: Prof. Dr. André von Zobeltitz, Larissa Langheim und Prof. Dr. Michael Städler

Ebenfalls für das Projekt verantwortlich: Prof. Dr. Michael Städler und Larissa Langheim (v.l.n.r.) | © Hochschule Weserbergland (HSW)

Öffnung von Hochschulen

Ziel des Programms ist die Öffnung von Hochschulen für nicht-traditionelle Studien- und Weiterbildungsinteressierte. Ferner sollen Personen, die ihr Studium vorzeitig ohne einen Studienabschluss beenden, beim Übergang von der Hochschule zur Berufsqualifikation unterstützt werden.

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