Aufstiegs-BAföG (für Maßnahmen ab 01.08.2020)

Merken

Sie wollen sich fortbilden?
Egal ob Meister/in, Erzieher/in, Betriebswirt/in oder Fachkrankenpfleger/in, das sogenannte „Aufstiegs-BAföG“ unterstützt Sie dabei.

Das „Aufstiegs-BAföG“ erfasst alle Berufsbereiche, unabhängig von der Form der Aufstiegsfortbildung. Die Förderung ist an bestimmte persönliche, qualitative und zeitliche Anforderungen geknüpft.

weiterbilden_qualifizieren_2

Wer wird gefördert?

  • Personen, die sich im Rahmen einer beruflichen Aufstiegsfortbildung qualifizieren wollen. Dazu gehören z. B. Erzieher/innen, Meister/innen, Fachkräften im Sozial- und Gesundheitswesen, Techniker/innen, Fachkaufleuten, Fachwirt/innen oder Betriebswirt/innen

Was wird gefördert?

  • Aufstiegsfortbildungsförderungen in Vollzeit- und in Teilzeitform (berufsbegleitend), die mit einer öffentlich-rechtlichen Prüfung nach dem Berufsbildungsgesetz, der Handwerksordnung, entsprechenden landes- oder bundesrechtlichen Regelungen oder als Fortbildungen nach den Weiterbildungsrichtlinien der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) erfolgen.
  • Gefördert werden berufliche Aufstiegsfortbildungen auf jeder Fortbildungsstufe der höherqualifizierenden Berufsbildung.
    • erste Fortbildungsstufe: geprüfter Berufsspezialist/geprüfte Berufsspezialistin (Deutscher Qualifikationsrahmen - DQR Stufe 5)
    • zweite Fortbildungsstufe: Bachelor Professional (DQR 6) und
    • dritte Fortbildungsstufe: Master Professional (DQR 7).
  • Bei den neuen Abschlussbezeichnungen Bachelor Professional und Master Professional handelt es sich nicht um die gleichartig bezeichneten akademischen Hochschulabschlüsse.
  • Der Erwerb von Hochschulabschlüssen wird nicht gefördert!

Wie wird gefördert?

Bedingungen

Förderumfang

  • Maßnahmebeitrag bei Voll- und Teilzeitmaßnahmen: Die Förderung umfasst die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren in tatsächlicher Höhe (ohne Lehrmittel und Arbeitsmaterialien) bis maximal 15.000 Euro sowie ggf. die Kosten des Meisterstücks bzw. der Prüfungsarbeit bis zur Hälfte der notwendigen Materialkosten, höchstens jedoch 2.000 Euro.
    Der Maßnahmebeitrag ist einkommens- und vermögensunabhängig. Er besteht aus 50 % Zuschuss und 50 % aus einem zinsgünstigen Darlehen. Prüfungsgebühren werden erst bei Vorlage der Rechnungskopie bewilligt.
  • Kinderbetreuungszuschlag: Alleinerziehende erhalten für die Betreuung eines Kindes bis zum Alter von 14 Jahren zusätzlich einen Zuschuss in Höhe von 150 Euro monatlich pro Kind.
  • Unterhaltsbeitrag: Teilnehmer an Vollzeitmaßnahmen können zusätzlich einen Unterhaltsbeitrag erhalten. Dieser besteht aus einem Vollzuschuss, der sich an der Familiengröße orientiert. Die monatlichen Bedarfssätze sind:
    • für Ledige ohne Kind: 783 Euro
    • für Verheiratete ohne Kind: 1.018 Euro
    • für jedes Kind: 235 Euro
    Bei Zahlung von Kranken- bzw. Pflegeversicherungsbeiträgen erhöht sich der Unterhaltsbeitrag in der Regel um 109 Euro.
  • Freibeträge: Der Unterhaltsbeitrag wird abhängig vom Einkommen und Vermögen des Antragstellers sowie vom Einkommen des nicht dauernd getrenntlebenden Ehegatten gewährt; es bestehen folgende Freibeträge:
    Einkommensfreibeträge des Antragstellers:
    • 290 Euro für den Antragsteller,
    • plus 630 Euro für den Ehegatten,
    • plus 570 Euro für jedes Kind.
    Einkommensfreibeträge des Ehegatten:
    • 1.260 Euro vom Einkommen des Ehegatten,
    • plus 570 Euro für jedes Kind.
    Vermögensfreibeträge:
    • 45.000 Euro für den Antragsteller,
    • plus 2.300 Euro für den Ehegatten des Antragstellers,
    • plus 2.300 Euro für jedes Kind des Antragstellers.
    Härtefreibetrag für Einkommen und Vermögen: Auf formlosen Antrag kann über die genannten Freibeträge hinaus vom Vermögen des Antragstellers bzw. des Ehegatten ein weiterer Teil anrechnungsfrei gestellt werden, um unbillige Härten zu vermeiden (Haus, Betriebsvermögen).
  • Förderung der Prüfungsvorbereitungszeit: Auf gesonderten Antrag (Formblatt G) kann der bereits bewilligte Unterhaltsbeitrag für die Zeit zwischen Lehrgangsende und Prüfung (maximal jedoch für drei Monate) als Darlehen fortgesetzt werden. Die Prüfung muss zum erstmöglichen Zeitpunkt abgelegt werden.
  • Hinweis: Die Förderung ist zweckgebunden und setzt eine regelmäßige Teilnahme (mindestens 70 % der Unterrichtsstunden) voraus.

Darlehensabwicklung

  • Darlehenshöhe: Die NBank entscheidet als Bewilligungsbehörde auf Antrag über die Höhe des Darlehensbetrages und die Dauer, in der ein Unterhaltsdarlehen für die Prüfungszeit vergeben wird.
  • Darlehensangebot: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) übersendet den Geförderten ein konkretes Darlehensangebot in Höhe des im Bewilligungsbescheid ausgewiesenen Darlehensanspruchs.
    In einem privatrechtlichen Rahmendarlehensvertrag mit der KfW können die Geförderten festlegen, ob und in welchem Umfang sie von dem Angebot Gebrauch machen wollen.
    Bei Folgebewilligungen erstellt die KfW automatisch ein erneutes Angebot über den erhöhten Darlehensanspruch.Der Abschluss des privatrechtlichen Darlehensvertrages kann bei der KfW nur innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Monaten nach Bescheiddatum verlangt werden.
  • Rückzahlung: Das Darlehen ist für die Dauer der Fortbildung und einer anschließenden zweijährigen Karenzzeit (längstens jedoch für sechs Jahre) zins- und tilgungsfrei. Danach ist das Darlehen innerhalb von zehn Jahren mit einer monatlichen Mindestrate von 128 Euro zurückzuzahlen.
    Die KfW teilt 30 Tage vor Rückzahlungsbeginn:
    • die Höhe der Darlehensschuld,
    • die zu diesem Zeitpunkt geltende Zinsregelung,
    • die monatliche Rückzahlungsrate und
    • den Tilgungszeitraum mit.

      Ab Beginn dieser Rückzahlungspflicht muss das Darlehen verzinst werden. Der Zinssatz ist variabel, kann aber auch mit der KfW festgesetzt werden.
  • Darlehenserlass:
    • Wenn die Fortbildungsmaßnahme erfolgreich abgeschlossen wird, erlässt die KfW bei Vorlage einer beglaubigten Kopie des Prüfungszeugnisses 50 % des noch bestehenden Maßnahmedarlehens. Ein entsprechender Antrag ist gegenüber der KfW zu stellen.
    • Gründet oder übernimmt der Darlehensnehmer innerhalb von drei Jahren nach erfolgreicher Beendigung des Lehrgangs ein Unternehmen oder eine freiberufliche Existenz, kann das auf die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren entfallende Restdarlehen in voller Höhe erlassen werden.
    • Telefonische Auskünfte bezüglich Darlehensabwicklung und Erlass erteilt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), Niederlassung Bonn, unter der Rufnummer 0228 831 9996.

Voraussetzungen

  • Der Antragsteller hat den ersten Wohnsitz in Niedersachsen oder Bremen.
  • Der angestrebte Fortbildungsabschluss muss rechtlich geregelt sein, mit einer öffentlich-rechtlichen Prüfung abschließen und über dem Niveau einer Facharbeiter-, Gesellen- und Gehilfenprüfung liegen.
  • Die Fortbildungsmaßnahme umfasst mindestens 400 Unterrichtsstunden, auf der ersten möglichen Fortbildungsstufe (DQR 5) mindestens 200 Unterrichtsstunden.
  • Lehrveranstaltungen in Vollzeit finden wöchentlich an vier Werktagen mit einer Dauer von mindestens 25 Unterrichtsstunden statt, schließen innerhalb von 36 Monaten ab und sind maximal für 24 Monate förderfähig;
  • Bei Lehrveranstaltungen in Teilzeit finden im Durchschnitt mindestens 18 Unterrichtsstunden je Monat statt und die Teilzeitmaßnahme schließt innerhalb von 48 Monaten ab. Maßnahmen auf der ersten möglichen Fortbildungsstufe müssen innerhalb von 36 Monaten abgeschlossen werden.
  • Fernunterrichtslehrgänge müssen nach § 12 Fernunterrichtsschutzgesetz zugelassen sein oder von einem öffentlich-rechtlichen Träger veranstaltet werden und es müssen regelmäßig Erfolgskontrollen erfolgen. Die Förderungshöchstdauer und die Mindeststundenzahl werden nach der Anzahl der durchschnittlich für die Bearbeitung der Fernlehrbriefe benötigten Zeitstunden und der Anzahl der für Präsenzphasen vorgesehenen Unterrichtsstunden berechnet (Regelstudienzeit).
  • Mediengestützter Unterricht (Unterricht, der teilweise unter Einsatz elektronischer Medien durchgeführt wird) ist förderfähig, wenn er durch Präsenzunterricht ergänzt wird und regelmäßig Erfolgskontrollen erfolgen.
  • Die staatliche Förderung nach dem AFBG kann in der Regel für je eine Aufstiegsfortbildungsmaßnahme aufsteigend je Fortbildungsstufe (DQR 5-7) bewilligt werden.
  • Unter bestimmten Voraussetzungen kann ausnahmsweise auch eine weitere Fortbildung gefördert werden, insbesondere dann, wenn das weitere Fortbildungsziel für die Berufsausübung in fachlicher Hinsicht erforderlich ist.
  • Die Förderung ist auch für Hochschulabsolventen möglich, deren höchster akademischer Abschluss ein Bachelorabschluss oder ein vergleichbarer Hochschulabschluss (z. B. Diplom FH) ist. Hochschulstudiengänge zum Erwerb der Hochschulabschlüsse Bachelor und Master sind nach wie vor nicht förderfähig.
  • Praktika werden nach dem AFBG nicht gefördert.

Passende Angebote der NBank

Zuschuss

Weiterbildung in Niedersachsen

Als niedersächsisches Unternehmen können Sie einen Beitrag zur Verbesserung der...

Merken

Als niedersächsisches Unternehmen können Sie einen Beitrag zur Verbesserung der Fachkräftesituation leisten.

Auf einen Blick

  • Förderung individueller Weiterbildungsmaßnahmen
  • Zuschuss bis zu 50 %, mindestens 1.000 Euro
  • Maximal 36 Monate Laufzeit
  • Maximale Laufzeit bis zum 30.06.2022
  • Pro Teilnehmer/in und Weiterbildungsmaßnahme ist ein Antrag zu stellen

Schritt für Schritt zur Förderung

Wie erfolgt die Antragstellung?

Den Antrag auf „Aufstiegs-BAföG“ können Sie direkt online ausfüllen. Bitte beachten Sie die entsprechenden Fristen:

  • Bitte wenden Sie sich möglichst zwei Monate vor Beginn der Maßnahme an uns. So sind die Unterlagen aktuell und die Bearbeitung kann in der Regel bis zum Lehrgangsbeginn abgeschlossen werden.
  • Die Antragstellung muss spätestens bis zum letzten Unterrichtstag der Maßnahme bzw. des Maßnahmeabschnittes erfolgen. Maßnahmebeiträge (Lehrgangs- und Prüfungsgebühren) können bei fristgerechter Antragstellung (siehe oben) rückwirkend gewährt werden.
  • Unterhaltsbeiträge können nicht rückwirkend bewilligt werden. Sie werden von Beginn des Monats an geleistet, in dem mit dem Unterricht begonnen wird, frühestens jedoch vom Beginn des Antragsmonats an. Die Leistung endet mit Ablauf des Monats, in dem der letzte Unterricht abgehalten wird.

Senden Sie die Antragsunterlagen, die unter Schritt 1 aufgeführt sind, vollständig ausgefüllt und unterschrieben per Post an uns zurück:
Investitions- und Förderbank
Niedersachsen – NBank
Günther-Wagner-Allee 12–16
30177 Hannover

Downloads

Arbeitshilfen & Merkblätter (1)

Merken

Rechtliche Grundlagen (1)

Merken

Fachkräfte – MeisterBAföG

»Heute bin ich ganz anders aufgestellt!«

Ramzi Lazali ist ein erfahrener Handwerker. Fliesen- und Fugarbeiten waren fünf Jahre lang sein Hauptgeschäft. Mit fast 50 Jahren entschied der Vater von vier Kindern, den Meister zu machen, um sein Unternehmen auszubauen. Die NBank unterstützte ihn mit dem MeisterBAföG, dem Fortbildungsdarlehen für Fachkräfte, Gesellen oder Gehilfen, die einen anerkannten Berufsabschluss erreichen wollen.

»Dieses Jahr will ich einen Maurer und einen Auszubildenden neu einstellen. Ich warte noch auf feste Zusagen für Aufträge. Dann geht es los.«

NBank Herr Lazali, wie kamen Sie zum Meister-BAföG?
Lazali Die vermehrten Anfragen von vielen Kunden nach mehr Leistungsumfang, wie Mauern oder Betonarbeiten, haben mich zum Nachdenken gebracht. Ohne Meister ist man beschränkt. Ich habe viel überlegt, was ich tun kann, und bin schließlich zur Handwerkskammer gefahren, um mich zu informieren.

NBank Dort hat man Ihnen zum Meisterabschluss geraten?
Lazali Man hat mir gesagt, ich könnte in meinem Alter auch eine Ausnahmegenehmigung für Arbeiten bekommen. Aber das hat mich nicht überzeugt. Sonst bleibt nur der Weg über den Meister. Ich musste nur eine Tür weitergehen und konnte mich gleich zum Vorbereitungskurs für den Beton- und Maurer-Meister anmelden.

NBank Wie war der Kurs?
Lazali Ich habe die Fortbildung in Teilzeit in Aurich angefangen, immer Dienstag- und Donnerstagabend und am Samstag. Ich war viele Jahre aus dem Lernen heraus. In einer Klasse sitzen, Aufgaben machen, davor hatte ich zu Beginn schon Respekt. Der Kurs hat vier Bereiche. Praxis und Theorie, außerdem macht man den technischen Fachwirt und wird auf die ADA, die Ausbildereignung, vorbereitet. Am 27.9.2012 habe ich mit dem Meister-Kurs angefangen. Anfang 2013 kam die Möglichkeit, den Fachwirt und die ADA innerhalb von zwei Monaten in Vollzeit abzuschließen. Ich bin Vater von vier Kindern, drei davon sind in Ausbildung oder studieren. Da muss Geld da sein. Ich habe überlegt, das Geschäft zwei Monate auszusetzen. Aber so konnte ich fast ein Jahr Teilzeitausbildung sparen.

NBank Konnten Sie so einfach in die Vollzeit-Fortbildung wechseln?
Lazali Es dauerte, weil ich spät war. Hat aber alles reibungslos geklappt. Die Förderung wurde aufgestockt, hat alles bestens funktioniert. Das Darlehen kann man später in niedrigen Raten abstottern, die man kaum bemerkt. Außerdem bekommt man Rabatte, wenn man die Prüfung besteht oder später einen Azubi einstellt.

NBank Waren die Prüfungen schwer?
Lazali Die sind kein Zuckerschlecken. Einer, der Meister wird, der ist wirklich ein Meister. Bei den Prüfungen geht es um Bauphysik, Statik, Rechnungswesen, um Gesetze, Steuern, Arbeitsrecht, Versicherungsfragen. Ein sehr wichtiger Teil der Prüfung ist eine viertägige Projektarbeit. Wir mussten ein Wohnhaus mit Bürotrakt entwerfen und am Computer zeichnen, mit Schnitt, Details, Abmessungen und Bauantrag. Da muss alles sitzen. Klar denkt man erst, man will sich nicht blamieren. Aber das Alter ist doch die größte Ausrede. In meiner Gruppe waren die Leute durchschnittlich 24 Jahre alt. Wir waren wohl ein guter Kurs, aber fast ein Drittel ist durchgefallen. Ich war einer von den Besten. Im April 2014 war die letzte Prüfung durch.

NBank Wozu nutzen Sie den Meister?
Lazali Dieses Jahr will ich einen Maurer und einen Auszubildenden neu einstellen. Ich warte noch auf feste Zusagen für Aufträge. Dann geht es los. Ich muss Ihnen sagen, ich habe Blut geleckt. Ohne Meister kann man einfach weniger. Man hat so viel nicht gewusst. Heute bin ich ganz anders aufgestellt. Lernen bringt mir mittlerweile viel Spaß. Ich mache zur Zeit den Meister als Zimmerer, diesmal ohne Förderung. Damit kann ich Dächer bauen und alle Gewerke für den Hausbau aus einer Hand anbieten.

NBank Was sagt Ihre Familie zu Ihren Plänen?
Lazali (lacht) Meine Familie ist schon stolz. Sie sagt: Hoffentlich ist es der letzte Meister.

NBank Herr Lazali, wir danken für das Gespräch.

Merkzettel

Seite / Dokument wurde erfolgreich dem Merkzettel hinzugefügt.

Es ist leider ein Fehler aufgetreten. Versuchen Sie es später noch einmal!