24.09.2019

Wohnungsmarkt benötigt mehr denn je einen Mix aus verschiedenen Wohnformen

Wohnraum, Infrastruktur & Städtebau

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David Korte, Geschäftsführer der GMP-Nordhorn zeigt mit seinen Projekten, welche Möglichkeiten die Wohnraumförderung bietet. Zudem zeigt er auf, wie Wohnen und Arbeiten gut miteinander kombinierbar sind.

Wieso investieren Sie im geförderten Wohnungsbau? Im frei finanzierten erreichen Sie doch deutlich mehr Rendite bei weniger Aufwand!

Der Wohnungsmarkt benötigt mehr denn je einen Mix aus verschiedenen Wohnformen. Mietpreise in unterschiedlichen Preissegmenten sind gleichfalls notwendig, um den unterschiedlichen Einkommensgruppen attraktive und angemessene Angebote zu unterbreiten. Letztlich ist dies ein Baustein, um den sozialen Frieden in unserer Gesellschaft aufrecht zu erhalten.
Der Aufwand im geförderten Wohnungsbau ist nicht deutlich höher. In der Finanzierungsbeantragung muss man sich mit dem Programm "öffentliche Mittel" einfach beschäftigen und mit den Ansprechpartnern der Kommune und der NBank eng abstimmen. Die bauliche Abwicklung bringt keinerlei Unterschiede. Bei der Renditefrage ist abzuwägen, ob ich eine höhere Rendite erzielen möchte und kann oder ob eine solide Miete nach dem Mietenspiegel, ein gleichbleibend hoher Mietenstand und somit sichere Mietzahlungen nicht attraktiver ist.

Als langjähriger Bauträger in der Region Grafschaft Bentheim sehen wir den akuten Bedarf, aktiv am Markt zu agieren. Eine Vielzahl an geförderten Wohnungen ist nach Ablauf von Bindefristen dem Markt entzogen. Durch geringe Bautätigkeit in dem preisgünstigen Segment gibt es einen deutlichen Nachholbedarf. Dabei höre ich immer wieder: "Ach so, ...ihr baut Sozialwohnungen". Wir bauen letztlich preisgünstige Wohnungen in guter Qualität für Menschen mit geringerem Einkommen. Das trägt zu einem sozialen Ausgleich bei. Bei Objekten, die frei und zum Teil öffentlich gefördert sind, gibt es bei uns keine Unterschiede in der Ausstattung.

Welches Ziel verfolgen Sie mit der gesamten Bebauung der ehemaligen Brinkers Flächen am Klukerthafen?

Im Zuge der städtebaulichen Ausschreibung entstehen auf den ehemaligen Brinkersflächen insgesamt 86 Mietwohnungen in zwei Bauabschnitten sowie 13 Gartenhofhäuser mit kleinen Grundstücksflächen. Von den 86 Mietwohnungen sind 48 öffentlich gefördert.

Auf den Brinkersflächen entstehen somit in absolut zentraler Lage von Nordhorn verschiedene Wohnangebote. Unmittelbar angrenzend entstehen neue oder umgesiedelte Arbeitsplätze. Alles fußläufig erreichbar. Dies gilt auch für die tägliche Versorgung. Der Anschluss zum öffentlichen Nahverkehr liegt vor der Haustür. Der Nordhorn-Almeloh-Kanal sowie der Klukkerthafen mit dem Radwegenetz in die Niederlande bieten zudem einen hohen Freizeitwert. Ein kleiner Spielplatz auf der Fläche rundet das Angebot ab.

Das Ziel heißt somit: Verschiedene Wohnangebote schaffen, Arbeiten und Leben in zentraler Lage.

In der Politik wird derzeit sehr viel über das Thema preiswertes Wohnen diskutiert. Haben Sie Vorschläge, wie diesem Ziel näher zu kommen ist?

Um das Thema Vorschläge aufzunehmen: es sollte an der Bauordnung weitergearbeitet werden. Das Thema Brandschutz ist wichtig, überspannt aber zum Teil den Bogen und die Anforderungen verteuern Bauprojekte zum Teil erheblich. Das Thema Parkplatznachweis geht häufig an der tatsächlichen Nutzung vorbei. Hier muss eine praxisnahe und flexiblere Lösung her, die sich nicht ausschließlich nach Stellplatzsatzungen richtet.

Genehmigungsverfahren müssen verschlankt und kommunale Entscheidungswege verbessert und beschleunigt werden. In den Baubehörden sind aus unserer Sicht häufig zu wenig Kapazitäten für die Bearbeitung frei. Die freie Wirtschaft ist in den Abläufen deutlich flexibler und effizienter.

Die Anforderungen an die EnEV müssen fixiert werden. Die Kosten sind durch die hohen Anforderungen insbesondere bei der TGA deutlich gestiegen. Wichtig wäre eine verlässliche, langfristig gültige gesetzliche Vorgabe.

Eignet sich das Objekt am Klukerthafen als Beispiel für weitere Vorhaben und was sind Ihre nächsten Ziele?

Absolut. Jeder der Beteiligten lernt aus dem Projekt. Der Erfahrungsaustausch mit den Verantwortlichen vom Bau- u. Stadtplanungsamt der Stadt Nordhorn sowie den weiteren am Bau beteiligten Akteuren findet regelmäßig statt. Themen sind dabei unter anderem bauliche Optimierungen, Bedarfe und Wünsche von Bewohnern einfließen zu lassen (also, das Ohr am Markt zu haben), Entwicklungen aufzunehmen und auch mal auszuprobieren.

Weitere Projekte in Neuenhaus (50 Prozent mit öffentlichen Mitteln) und in Nordhorn als kleinere Baumaßnahmen mit 5 Einheiten stehen zeitnah an.

Ein größeres Projekt wäre wünschenswert, um aktuelle Themen wie autofreie-Zonen, mehr Einbindung von Grünzonen, gemeinschaftlichen Flächen innerhalb und außerhalb der Gebäude, oder CarSharing einzubinden. Das gelingt aber nur im Zusammenspiel von Grundstückseigentümer, Planer und Investor.

Weitere Informationen zu den Wohnraumförderprogrammen der NBank finden Sie hier für "Öffentliche Einrichtungen" , für "Unternehmen" sowie hier für "Privatpersonen".

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