13.06.2018 | NBank Geschäftsjahr 2017 - Förderergebnis mit 639 Millionen Euro auf konstant hohem Niveau

Wirtschaftsförderung und Qualifizierung von Fachkräften besonders erfolgreich – Gesamtzahl der Förderungen deutlich gestiegen

Die Fördermittel der NBank wurden im Jahr 2017 wieder stark nachgefragt und bewegten sich auf konstant hohem Niveau. Gegenüber 2016, als 654 Millionen Euro Fördermittel abgefragt wurden, war 2017 nur ein geringfügiger Rückgang um 2,3 Prozent auf 639 Millionen Euro zu verzeichnen. Insgesamt stieg die Zahl der Förderungen von 16.504 auf 18.066 sogar an. „Durch dieses gute Ergebnis wird deutlich, dass wir mit der NBank eine landeseigene, zentrale Förderbank mit großem Know-How in der Umsetzung ihres öffentlichen Förderauftrages haben“, so Verwaltungsratsvorsitzender StS Dr. Berend Lindner.

„Die Aufgabe der NBank ist es unter anderem, mit ihren Förderprogrammen der niedersächsischen Wirtschaft zukunftsfähige Strukturen zu ermöglichen. Dies ist im letzten Jahr durch eine Steigerung der Förderleistungen um 36 Millionen Euro in diesem Fördersegment auf nunmehr 194 Millionen Euro (plus 23 Prozent) gelungen“, so der Vorstandsvorsitzende der NBank, Michael Kiesewetter. So wurde die einzelbetriebliche Investitionsförderung, die in strukturschwachen Regionen die Wettbewerbs- und Anpassungsfähigkeit der Wirtschaft stärkt, von 38,7 Millionen Euro auf 60,7 Millionen deutlich ausgeweitet. Damit wurden wichtige Impulse für die niedersächsische Wirtschaft gesetzt, um sich im Wettbewerb mit anderen Ländern Vorteile zu erarbeiten.

NSeed bringt junge Unternehmen in Schwung

Im Bereich Beteiligungen verbreiterte die NBank ihren Förderschwerpunkt und setzt nunmehr mit dem Produkt NSeed auf junge Unternehmen, die für innovative Ideen am Finanzmarkt nur schwer an Finanzierungen gelangen. NSeed wurde Mitte 2017 am Markt platziert und fand in Niedersachsen regen Anklang. Bis Ende Dezember 2018 haben vier Unternehmen Beteiligungsverträge mit einem Gesamtvolumen von knapp 1,6 Mio. € erhalten. „Für dieses Jahr ist eine Aufstockung der Mittel um 25 Millionen Euro geplant. Damit werden wir in die Lage versetzt, verstärkt die vielen guten niedersächsischen Ideen für Start-ups aufzugreifen und uns an jungen Unternehmen, die nicht länger als fünf Jahre am Markt sind, zu beteiligen“, so Verwaltungsratsvorsitzender StS Dr. Lindner. Die Stärkung der jungen Unternehmen in Niedersachsen ist ein besonders wichtiger Eckpfeiler für eine starke Wirtschaft.

Abgerundet wird dieses Engagement durch die Finanzierung der im letzten Jahr durch das Land ins Leben gerufenen Start-up Zentren, von denen es in der Zwischenzeit acht in Niedersachsen gibt. Maximal beträgt die Förderung - verteilt auf zwei Jahre - für jedes einzelne Zentrum 200.000 Euro. Thematisch sind sie so verortet, dass die jeweiligen regionalen Stärken besonders in die Waagschale geworfen werden. „Damit wird gleichzeitig der Anreiz für junge Unternehmen in Deutschland gesetzt, sich bei Ideen, die thematisch von den Zentren betreut werden, die dort vorhandene Expertise zu sichern und sich in Niedersachsen anzusiedeln“, so StS. Dr. Lindner. “Zudem wird so eine positive Ausgangssituation geschaffen, hoch qualifizierte Arbeitskräfte in Niedersachsen zu behalten“. Geplant ist, durch eine intensive Vernetzung der Zentren, der niedersächsischen Start-up Szene weitere Impulse zu geben.

Mit Heidecrowd wurde in Lüneburg unter Beteiligung der NBank durch regionale Akteure eine Crowdfounding Plattform ins Leben gerufen. Die Plattform verbindet die Vorteile des Crowdfounding mit regionalen Aspekten und den klassischen Möglichkeiten der Unternehmens- und Projektfinanzierung. Die Idee wurde in Südniedersachsen ebenfalls aufgegriffen, wo die Plattform „Ideengeber“ Ende Mai in Göttingen an den Start gegangen ist.

Beruflicher Aufstieg von Fachkräften wird massiv gefördert

Die veränderten Anforderungen am Arbeitsmarkt spiegeln sich in der Förderung wider. Besonders nachgefragt sind Förderungen, die der Qualifizierung von Arbeitskräften dienen. Hie-ran haben sowohl die Unternehmen als auch die Mitarbeiter Interesse.

Deutlichstes Indiz für die veränderten Anforderungen am Arbeitsmarkt ist das sogenannte Aufstiegs-BaföG. Insgesamt investierte die NBank in diesem Segment im vergangenen Jahr 61,5 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 53,1 Millionen Euro. Damit wurden die Fördermittel um 16 Prozent gesteigert. „Damit ist der bisher höchste Wert in Niedersachsen erreicht, was in jedem einzelnen Fall eine hochqualifizierte Fachkraft für den Arbeitsmarkt bedeutet“, so Verwaltungsratsvorsitzender Dr. Lindner.

Die Meisterprämie startete am 14.05.2018. Der erste Antrag wurde am Stichtag bereits um 00.40 Uhr hochgeladen, was die Attraktivität der Förderung unterstreicht. Im ersten Monat gingen bei der NBank 696 Anträge ein. „Die Meisterprämie ist für das Handwerk genau die richtige Antwort auf die sinkende Zahl von Meisterprüfungen und Betrieben. Durch diese finanzielle Unterstützung bekommen zukünftigen Handwerksmeister einen echten Anreiz die Gründung oder Übernahme eines Betriebs zu starten“, so StS Dr. Lindner.

Die Meisterprämie wird als erstes Förderprogramm in der NBank vollelektronisch abgewickelt. Die Antragstellung läuft ohne postalischen Papierantrag nur über das Kundenportal. Auch der Bewilligungsbescheid wird elektronisch über das Portal zugestellt, so dass die ge-samte Kommunikation digital erfolgt. Die Meisterprämie kann nun als Vorbild für weitere Förderrichtlinien genutzt werden.

Fachkräfte zu qualifizieren steht auch bei den Programmen „Weiterbildung in Niedersachsen (WiN) und „Regionale Fachkräftebündnisse“ hoch im Kurs. Bei WiN wurde die Auszahlung an Fördermittel von 7,2 Millionen Euro auf 9,2 Millionen Euro gesteigert, also um fast 30 Prozent. Von diesem Allzeithoch profitierten 3.986 Menschen.

Ausgebaut wurde gleichfalls die strukturelle Unterstützung von regionalen Fachkräftebündnissen auf nunmehr 3,9 Millionen Euro. Darunter zu fassen sind beispielsweise Projekte wie „IT macht Schule“. Hiermit werden Schüler, insbesondere aber Schülerinnen, in der wichtigen Phase der Berufsorientierung für IT-Berufe begeistert.

Produktportfolio der NBank auf Belange der Kommunen ausgerichtet

Untersuchungen und Befragungen der NBank ergaben, dass Kommunen Infrastrukturmaßnahmen in der Regel nicht als Projekte fremdfinanzieren, sondern für die Umsetzung zunächst eigene Mittel einsetzen und im Laufe des Prozesses langlaufende Kredite in Anspruch nehmen. Nachdem Veränderungen im Bewilligungsprozess vorgenommen wurden zog die Inanspruchnahme des Kommunalen Infrastrukturkredites 2017 an und stieg von 7,9 Millionen Euro auf 13,2 Millionen.

Für 2018 strebt die Bank eine weitere Steigerung des Kreditvolumens an. Um dieses Ziel zu erreichen, erweitert die NBank ihr Produktportfolio um ein Angebot mit einer dreißigjährigen Laufzeit und niedrigen Zinsen, was in Deutschland nahezu einzigartig und für Kommunen ge-nau passend ist. „Damit können die Kommunen ihre Vorhaben durchfinanzieren und profitieren über Jahrzehnte von dem aktuell niedrigen Zinsniveau“, so Vorstandsvorsitzender Kiesewetter.

Auf diesem Weg finanziert die NBank vordringlich, Abschnitte aus den Gesamtprojekten der Kommunen. Immer dringlicher werden aber die Nachfragen der niedersächsischen Kommunen, dass die NBank in das gesamte Vorhaben investieren soll. Um dies umzusetzen, muss die Refinanzierung anders gestaltet werden. An dieser Aufgabe arbeitet die NBank, um die Anforderungen der Kommunen noch besser gerecht zu werden.

Die NBank Kooperiert mit dem Münchener FinTech CommneX und bietet den niedersächsischen Kommunen einen digitalen Zugang zu ihren Förderkrediten. Kombiniert wird dies mit einer digitalen Finanzvermittlung durch CommneX.

Beim Breitbandausbau wurden die Grundlagen gelegt, um im Jahr 2018 intensiv am weiteren Ausbau des Breitbandnetzes zu arbeiten. Insgesamt gibt es in Niedersachsen aktuell 169 Projekte, für die bisher 425,9 Millionen Euro an Fördermittel bewilligt wurden. Den höchsten Beitrag davon leistet der Bund mit Bundesmitteln in Höhe von 323,8 Millionen Euro.

In diesem Jahr werden über die NBank nach derzeitigem Stand der Planungen in den Kommunen weitere 269,8 Millionen Euro für den Breitbandausbau über den Kommunalen Breitbandkredit zur Verfügung gestellt. Dies ist gleichzusetzen mit einem weiteren Schub bei der Realisierung eines leistungsfähigen Netzes.

Sonderaufgaben effizient umgesetzt

Immer wieder wird die NBank vom Land Niedersachsen mit Sonderaufgaben betraut. Im letzten Jahr war dies unter anderem die Unterstützung bei der Beseitigung der Hochwasserschäden, was erheblichen Auswirkungen wegen der erforderlichen Beratung und Unterstützung der Betroffenen auf die Arbeitsbelastungen der Bank in 2018 hat.

Nachdem die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen im Dezember 2017 gesetzt waren, konnte die NBank die eingehenden Anträge bearbeiten und sukzessive Auszahlungen vornehmen. „Eine zügige Abwicklung war uns nur durch die Konzentration vieler Mitarbeiter auf diese Aufgabe möglich“, so Vorstandsvorsitzender Michael Kiesewetter. Bis Ende Mai wurden mehr als 370 Anträge von Privaten bearbeitet und ca. 3,7 Millionen Euro an die Betroffenen ausgezahlt. Für Kommunen liegen 19 bewilligte Fälle mit einem Volumen von 3,6 Millionen Euro vor.

Nach derzeitigem Stand gibt es insgesamt 650 Fälle von Privaten, die nach aktueller Bewertung alle bedient werden können. Signalisiert vom zuständigen Ministerium ist, dass dafür die Mittel zur Verfügung gestellt werden.

Ausblick

Für 2018 strebt die Bank eine weitere Verstetigung ihrer Geschäftstätigkeit an. Um die Anforderungen und Erwartungen von Kunden und dem Land Niedersachsen als Auftraggeber weiterhin erfüllen zu können, ist es wichtig und notwendig, die NBank verstärkt digital aufzustellen.

Zielführend ist es daher, die Vertriebs- und Serviceplattform der KfW zu nutzen. Dazu hat sich die NBank mit zehn weiteren Landesförderbanken entschieden. In die digitale Fördermittelplattform der KfW integriert die NBank nach und nach alle wohnwirtschaftlichen und gewerblichen Förderprogramme. Damit ist eine höhere Effizienz und Kundenorientierung in der Fördermittelabwicklung gewährleistet, beispielsweise indem Förderbescheide schneller und ohne umfassenden Aufwand für den Antragsteller erstellt werden können.

„Entstehen soll eine digitale Plattforminfrastruktur, die von der KfW und jeder angebundenen Landesförderbank wie der NBank mit eigenen Produkten selbstständig und unabhängig genutzt werden kann“, so NBank Vorstandsvorsitzender Michael Kiesewetter abschließend.

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