30.07.2014 | Förderbilanz Innovation

Innovationsförderung wird in neuer Förderperiode an Bedeutung zunehmen

Die NBank wird in der kommenden Förderperiode verstärkt mit Darlehen und Beteiligungen fördern. „Auch in der Innovationsförderung werden wir neben der Zuschussförderung auf den Einsatz von Haushaltsmitteln in Darlehensfonds setzen. Das schafft nachhaltige, weil revolvierende Förderinstrumente, die in Zeiten stark zurückgehender EU-Mittel besonders sinnvoll sind“, sagte Dr. Sabine Johannsen, Mitglied des Vorstandes der NBank. Die Innovationsförderung ist ein Schwerpunkt der neuen Förderperiode. Darum liegen in der geplanten Förderung von Innovationen mit Zuschüssen und Darlehen große Chancen.

2013 hat das Fördervolumen der NBank 849 Millionen Euro betragen. Davon sind 512 Millionen Euro in die Wirtschaftsförderung gegangen. In ihr ist die Förderung von Innovationen durch Unternehmen und Hochschulen mit einem Volumen von 36 Millionen Euro enthalten. Die Innovationsförderung ist bislang eine reine Zuschussförderung. In der neuen Förderperiode soll ein Teil der Förderung als Darlehen statt als Zuschuss vergeben werden.

Mit den 36 Millionen Euro an Innovationsförderung sind Investitionen in Forschung und Entwicklung in 162 kleinen und mittleren Unternehmen, davon 115 Kleinst- und Kleinunternehmen realisiert worden. Ein Unternehmen, das die NBank in 2013 mit dem Innovationsförderprogramm „Forschung und Entwicklung“ gefördert hat, ist die Atlas Weyhausen GmbH in Wildeshausen. Das Unternehmen ist führend bei der Umsetzung neuer Technologien in Baumaschinen. U.a. hat es den ersten Hybrid-Radlader und den ersten Radlader mit Start-Stop-Technik entwickelt. Sein technisches Knowhow will das Unternehmen jetzt auf größere Radlader mit leistungsfähigeren Motoren anwenden. Darum entwickelt es augenblicklich einen effizienzoptimierten Radlader. Ziel ist es, stets den optimalen Betriebspunkt des Dieselmotors zu nutzen, an dessen Entwicklungskosten die NBank sich mit einem Förderzuschuss beteiligte.

7 der 36 Millionen Euro an Innovationsförderungen sind in das Programm „Innovation durch Hochschulen“ gegangen. Mit dem Programm fördert das Land über die NBank die Zusammenarbeit von Hochschulen mit Unternehmen oder die Ausgründung von Unternehmen aus der Hochschule. Eine Förderung aus diesem Programm ist 2013 die Errichtung des Zentrums für Materialtechnik der TU Clausthal gewesen. In dem Gebäudekomplex enthalten sind Räume für Laboratorien und Kleinversuchsanlagen sowie eine technische Versuchshalle für Großgerätversuche. Das Zentrum verfügt über eine Grundausstattung an Geräten und Maschinen. Der Rest wird je nach Projekt leihweise zur Verfügung gestellt. Die Projekte sind interdisziplinär angelegt und erfolgen im Auftrag von Unternehmen und Forschungsvereinigungen. So engagiert sich das CZM im Recyclingcluster wirtschafts-strategische Metalle Niedersachsen e.V. und in einem Forschungsverbund mit der DLR und dem Bundesamt für Materialforschung und –prüfung.

Ein bedeutendes Technologietransferprojekt der auslaufenden Förderperiode ist der Innovations-Inkubator der Leuphana-Universität Lüneburg. 2013 bewilligte die NBank die letzten Förderungen in Höhe von insgesamt 4 Millionen Euro. Von 2009 bis 2013 wurden beim Innovations-Inkubator insgesamt 43 Projekte mit einem Volumen von 63 Millionen Euro gefördert. Die positiven Auswirkungen des Inkubators werden in der Region immer deutlicher. So ist der Inkubator mittlerweile über insgesamt 480 Kooperationen regional eng vernetzt. Viele kleine und mittlere Unternehmen finden über diese Kooperationen erstmalig Kontakt und Zugang zur Leuphana-Universität.

In der Förderperiode ab 2014 erwartet Niedersachsen 40 % weniger EU-Mittel als in der vorherigen Förderperiode. Innovation wird jedoch neben der Förderung der CO2-Reduzierung und der Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen sowie der Regionalförderung einer von vier gleichgewichtigen Schwerpunkten. „Mit dem Ausbau von Darlehensinstrumenten für die Innovationsförderung erweitern wir auch in diesem bedeutenden Segment den Handlungsspielraum des Landes bei der Umsetzung seiner Förderstrategie“, sagte Johannsen. Darüber hinaus umfasst der Innovationsbegriff laut Johannsen in der neuen Förderperiode auch die sogenannten sozialen Innovationen. Damit werde die Innovation von ihrer reinen Technikfixierung gelöst. Vielmehr rückten konkrete gesellschaftliche Bedarfe wie den Fachkräftebedarf, den demografischen Wandel und die Sozial- und Gesundheitsdienstleistungen in den Fokus. Gefördert werden mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) Projekte, die entsprechende Lösungsansätze erproben und bei Erfolg verbreiten helfen.

Neben den 512 Millionen Euro an Wirtschaftsförderung hat die NBank 2013 im Auftrage des Landes 110 Millionen Euro in der Arbeitsmarkt-, 54 Millionen in der Wohnraum- und 173 Millionen Euro in der Infrastrukturförderung bewilligt. Mit den Förderungen wurden unter anderem 2.975 Unternehmen gefördert, 1.546 davon mit weniger als zehn Beschäftigten. Außerdem wurden mithilfe der Förderungen 2.362 Arbeitsplätze und 250 Ausbildungsplätze geschaffen.

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