03.11.2016 | Vier Niedersächsische KMU im EU-Rahmenprogramm HORIZONT 2020 bei jüngster Ausschreibungsrunde erfolgreichNiedersachsen damit erfolgreichstes Bundesland

Dr. Sabine Johannsen, Mitglied des Vorstandes der NBank: „Es ist schön zu sehen, dass die 2016 gegründete Initiative der NBank „European Innovators“ einen Beitrag zur Stärkung der Innovationskraft in Niedersachsen geben kann“

In der aktuellen EU-Förderperiode haben niedersächsische kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erstmals über das EU-Forschungs- und Innovationsrahmenprogramm HORIZONT 2020 die Chance auf eine einzelbetriebliche und direkte Förderung aus Brüssel. Die Tür öffnet das sogenannte KMU-Instrument. Damit unterstützt die EU innovative KMU mit einem hohen Marktpotenzial beim Marktzugang für innovative Produkte mit bis zu 2,5 Mio. Euro im Einzelfall.

Bei der letzten Ausschreibungsrunde war Niedersachsen mit vier von 13 erfolgreichen deutschen Projektvorschlägen das erfolgreichste Bundesland. Dr. Sabine Johannsen, Mitglied des Vorstandes der NBank „ Zu diesem sehr erfreulichen Ergebnis hat maßgeblich die 2016 von der NBank gegründete Initiative „European Innovators“ beigetragen. Sie zielt darauf ab, Unternehmen und Forschungseinrichtungen interdisziplinär zu vernetzen und bei Antragstellungen in Brüssel zu unterstützen.“

Die vier erfolgreichen Unternehmen aus Niedersachsen sind: Das Erfinderzentrum Norddeutschland aus Hannover, Oko-tech aus Hessisch Oldendorf, Naturstoff-Technik, die in Osterholz-Scharmbeck beheimatet sind, und Microganic aus Osnabrück. Mit dem bisherigen Ergebnis von nunmehr 13 erfolgreichen Antragstellern in der laufenden Förderperiode 2014-2020 belegt Niedersachsen im bundesweiten Vergleich den 6. Platz, nach Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Sachsen und Nordrhein-Westfalen.

Das Rahmenprogramm Horizont 2020 für Forschung und Innovation (Laufzeit 2014-2020) ist mit rd. 75 Mrd. Euro das Hauptinstrument der Europäischen Union zur Förderung von Wissenschaft, technologischer Entwicklung und Innovation. Das Rahmenprogramm deckt ein breites thematisches Spektrum von der Grundlagenforschung bis zu marktnahen Innovationsmaßnahmen ab. Ein zentrales Ziel des neuen Rahmenprogramms ist es, die Lücke zwischen Forschung und Markt schließen zu helfen, um durch Innovationen die europäische Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Das KMU-spezifische Instrument verfolgt einen praxisnahen Ansatz über den gesamten Innovationszyklus. So reicht die Unterstützung von der Bewertung von Konzept und Durchführbarkeit eines Projekts bis hin zur Unterstützung von Forschungs- und Entwicklungsarbeit, mit dem Schwerpunkt auf Demonstrationstätigkeiten (Erprobung, Prototypen, Skalierungsstudien, Auslegung, Pilotprojekte für innovative Verfahren, Produkte und Dienste, Validierung, Leistungsüberprüfung usw.).

Um den Erfolg der niedersächsischen Unternehmen bei Antragstellungen innerhalb der genannten Instrumente erfolgreich zu unterstützen, startete die NBank 2016 die Initiative EUROPEAN INNOVATORS. Die Initiative richtet sich an Unternehmen und Akteure, die sich für künftige Beteiligungen an der EU-Forschungs- und Innovationsförderung vernetzen wollen. Ziel ist es, Unternehmen zu unterstützen, damit Sie am EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation HORIZONT 2020 (2014-2020) partizipieren können. Im Vergleich mit anderen Bundesländern und Regionen Europas hat Niedersachsen sein Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Dies gilt insbesondere für das KMU-Instrument unter Horizont 2020, mit dem erstmalig eine einzelbetriebliche Förderung bei überschaubarem Antragsaufwand für innovative KMU ermöglicht wurde. Insgesamt geht es darum, das Netzwerk zwischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen zu stärken, um möglichst viele Innovationen marktgängig zu machen und die niedersächsische Wirtschaft weiter wettbewerbsfähig auszurichten. Gewinner von Ausschreibungsrunden stärken dabei deutlich ihr Profil und haben es sozusagen ins „europäische Schaufenster mit ihren Produkten geschafft,“ so Johannsen abschließend.

Kurzinformationen zu den erfolgreichen Unternehmen:

Erfinderzentrum Norddeutschland (EZN – 9/16)
Das EZN in Hannover wurde 1981 durch das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr als Fördereinrichtung ins Leben gerufen. Mittlerweile bietet das EZN Unternehmen, Hochschulen und Erfindern in ganz Deutschland einen einmaligen und praxisnahen Service im Innovations- und Patentmanagement an. Das EZN versteht sich als erste Anlaufstelle, wenn es um die objektive Beurteilung von Ideen, die geplante Anmeldung von Schutzrechten, die Umsetzung von neuen Technologien in marktfähige Produkte und Verfahren auch im Rahmen von FuE-Projekten sowie die Vergabe von Lizenzen geht.

Das Projekt „IProBoard“ des EZN befasst sich mit einem neuen Geschäftsmodell, das das Schutzrechtsmanagement von Unternehmen wesentlich erleichtert und Unternehmen – insbesondere KMU – hilft, Schutzrechte generell und effizient zu nutzen sowie Kosten zu sparen. Dadurch sollen Unternehmen in die Lage versetzt werden, Schutzrechte (z. B. Patente, Gebrauchsmuster, Designs und Marken) so nutzen zu können, dass sie ihr geistiges Eigentum national/international gegenüber Wettbewerbern (z. B. aus Asien) effektiv schützen. Die Informationsflut, die sich z. B. im Rahmen von Patentanmeldungen ergeben kann, wird durch das System „IProBoard“ nahezu vollständig eliminiert. Die EU fördert das Projekt mit 50.000 Euro.

Oko-tech (9/16)
Oko-tech besteht seit mehr als 30 Jahren und ist in Hessisch-Oldendorf ansässig. Schwerpunkt ist der Maschinen- und Sondermaschinenbau von der Projektierung über Konstruktion und Fertigung bis zur Reparatur und Ersatzteilfertigung.

In dem Projekt mit der etwas umständlichen Bezeichnung „Worldwide unique, re-source-conserving and energy-efficient treatment of industrial wastewater polluted by oilsans heavy metals for implementing the EU water Framework directive in a company“ beschäftigt sich die Firma Oko-tech mit einem neuartigen Verfahren zur Reinigung von Industrieabwässern. Die Technologie basiert auf einer Vernetzung von Prozessen und Sensorik. Die Abschließende Reinigung erfolgt in einem Bionik-Reaktor in einem der Natur nachempfundenen Verfahren. Durch das Verfahren werden die Kosten und vor allem der Energiebedarf wesentlich verringert. Die EU fördert das Projekt mit 50.000 Euro.

Naturstoff-Technik GmbH (9/16)
Die Naturstoff-Technik GmbH aus Osterholz-Scharmbeck ist nach eigenen Angaben seit mehr als 25 Jahren ein Spezialist in der Wirbelschichttechnik und den vor- und nachgeschalteten Prozessen Mahlen, Mischen und Sieben. Der Schwerpunkt liegt auf kombinierten Abläufen, wie Trocknung mit anschließendem Coating. Pulvereigenschaften werden durch Granulierung und Agglomeration modifiziert und können Parameter wie Korngröße, Fließeigenschaften, Staubanteil und das Schüttgewicht positiv beeinflussen. Getrocknet werden auch kleine Produktionsmengen und schwierige Produkte wie Eiweiße, Enzyme und Bakterien auf Trägerstoffen. Die Kunden kommen aus der Biotechnologie, Aroma-, Gewürz- und Lebensmittelindustrie.

Das Projekt SSFENZYMES dient zur Einführung der Produktion von organischen granulierten Enzymen für Waschmittelanwendungen bei automatisierten Feststoff-Fermentationen und Wirbelschichttechnologien. Durch die Wiederverwendung von organischen Enzymen aus erneuerbaren Vorkommen wird eine wesentliche Entlastung der Umwelt bei gleichzeitiger Beibehaltung der Reinigungswirkung erwartet. Die EU fördert eine Machbarkeitsstudie mit 50.000 Euro.

Microganic GmbH (9/16)
Die Microganic GmbH mit Sitz im InnovationsCentrum Osnabrück vertreibt und produziert nach eigenen Angaben Mikroalgen und deren Inhaltsstoffe.

Das Projekt „Innovative Microalgae Feed Ingredient to improve Animal Health for a mo-re sustainable Food Chain - MiAlFeedIngreedients“ dient der Reduzierung von Antibotika im Tierfutter durch Verwendung von Futterzusätzen auf der Basis von Mikroalgen. Die vergleichbare Wirkung ist seit längerem bekannt, konnte sich aber aufgrund höherer Kosten bislang nicht durchsetzen. Durch die nunmehr erreichte erhebliche Kostenreduzierung in der Produktion von Mikroalgen erhalten Tierzüchter den gleichen Gegenwert wie für Antibotika-Zusätze, unterliegen aber weniger regulativen Anforderungen und produzieren Fleisch nachhaltiger. Die EU fördert die Machbarkeitsstudie zur Markteinführung mit 50.000 Euro.

Hintergrund:

Über die NBank:

Die „Investitions- und Förderbank Niedersachsen – NBank“ ist der kompetente Ansprechpartner in Niedersachsen für alle relevanten Förderprogramme der Europäischen Union, des Bundes, des Landes und der Kommunen. Die NBank wurde 2004 gegründet und gehört zu 100 Prozent dem Land Niedersachsen. Derzeit beschäftigt sie etwa 400 Mitarbeiter und weist eine Bilanzsumme von 4,8 Milliarden Euro aus.

Weitere Informationen unter www.nbank.de.

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