Wohnbaulandumfrage 2018: Ausweisungen von Wohnbauflächen durch die Kommunen steigen

26.04.2019

Flächenanteil für den Bau von Geschosswohnungen erreicht Höchststand - Kommunale Planung verlangt integrative Ansätze

Am 25.04.2019 hat Niedersachsens Umwelt- und Bauminister Olaf Lies den Bericht zur Wohnbaulandumfrage 2018 in der Sitzung des Bündnisses für bezahlbares Wohnen in Niedersachsen vorgestellt.

Zur Wohnbaulandumfrage 2018

Derzeit stehen Wohnungsversorgung und Engpässe an den Wohnungsmärkten im Fokus der öffentlichen Diskussion. Veränderte Binnenwanderungen, die internationale Zuwanderung und – selbst in stagnierenden Regionen – wachsende Haushaltszahlen führen zu einer kontinuierlich steigenden Nachfrage nach Wohnraum. Ausreichend geeignetes Wohnbauland ist vor allem in Städten und deren Umland eine Herausforderung, wo schon heute spürbar Wohnungsmangel besteht.

Fast alle Kommunen schaffen neue Baurechte – mehr Dichte in den Ballungsräumen

Die Neuausweisungen von Wohnbauland sind in den Jahren 2016 und 2017 weiter gestiegen. Die aktuelle Umfrage zeigt eine Zunahme gegenüber 2014/2015 in Höhe von 15%. Fast alle niedersächsischen Städte und Gemeinden haben dazu beigetragen. Nur noch wenige Kommunen verzichten auf eine Ausweisung neuer Baulandflächen. Neben den wachstumsdynamischen Großstädten und Regionen sind es vor allem diejenigen Gemeinden mit günstiger Lage, die in nennenswertem Umfang neue Baurechte schaffen.

Im Fokus der Flächenausweisungen stehen weiterhin Familienheime. Aber vor allem in den Ballungsräumen und Großstädten zeichnet sich ein Umdenken zugunsten von mehr Dichte und Ressourcenschonung ab. Mit jetzt mehr als 20 % hat sich der Anteil neuer Flächen für den Geschosswohnungsbau im Vergleich zu den Befragungsjahren 2014/2015 verdoppelt. Das ist ein Allzeithoch seit Beginn der systematischen Erfassung von Wohnbauland im Land Niedersachsen im Jahr 1992.

Planerische Leitbilder und integrierte Planungsansätze

Doch die begrenzte natürliche Ressource „Boden“ unterliegt auch anderen politischen, wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Restriktionen. Oft sind dieselben Flächen unterschiedlichen Nutzungsansprüchen unterworfen, sei es für Wohnungsbau, Gewerbe, Landwirtschaft, als Freizeit- oder Naturfläche. Nicht zuletzt deshalb muss Baulandentwicklung immer in einem integrierten Ansatz erfolgen, der konkurrierende Nutzungen sowie Aspekte von Ökologie, Klimaschutz und Nachhaltigkeit ebenso berücksichtigt und abwägt.

Eine integrierte Sichtweise wird auch immer berücksichtigen, wie nachhaltig die Wohnungsnachfrage voraussichtlich sein wird. Vor diesem Hintergrund sind die neuen Wohnbaulandausweisungen abseits der niedersächsischen Wachstumsregionen durchaus kritisch zu sehen. Die Mehrzahl der niedersächsischen Städte und Gemeinden ist gut beraten, auf die Qualifizierung von Bestandsgebieten und die Aktivierung von Flächenreserven innerhalb der Siedlungsgebiete zu fokussieren – und nicht auf Siedlungsflächenerweiterungen. Dies sollte einhergehen mit einer größeren Vielfalt an Wohnungsangeboten. Denn die Herausforderungen durch den demografischen Wandel in Gestalt einer wachsenden Zahl von kleinen und älteren Haushalten nimmt besonders zu. Es liegt auf der Hand, dass hierbei vor allem integrierte Lagen mit guter Infrastrukturversorgung angesprochen sind, die richtigen Grundstücke bereitzustellen.

Hintergrund
Die Wohnbaulandumfrage informiert alle zwei Jahre über die aktuelle Baulandsituation in Niedersachsen. Dazu werden alle Städte und Gemeinden in Niedersachsen zu ihren Neuausweisungen und Reserven von Wohnbauland befragt. Die Bereitschaft zur Teilnahme an der Befragung ist mit einer Rücklaufquote von 96% sehr hoch. Der Baulandmarkt in Niedersachsen kann daher verlässlich abgebildet werden.

Die Wohnbaulandumfrage wird von der NBank im Auftrage des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz durchgeführt.

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