Wachstumsfonds für Start-ups: „Gemeinsam Niedersachsens Potenzial heben“

31.03.2021

Niedersachsen investiert in seine Start-ups: Mit einem Wachstumsfonds in Höhe von 50 Millionen Euro soll jungen Unternehmen Kapital bereitgestellt werden. Dies ist ein Schwerpunkt der niedersächsischen Start-up-Strategie.

Was hat sich seit Bekanntgabe des Vorhabens im Juli letzten Jahres getan? Ralf Borchers, Start-up Beauftragter der NBank und Leiter der Geschäftsstelle der Landesinitiative startup.niedersachsen, gibt im Interview Ein- und Ausblick.

NBank: Herr Borchers, die Landesregierung hat im vergangenen Jahr 50 Millionen Euro für Start-ups ausgelobt. Angeboten werden soll das Kapital über einen Wachstumsfonds im Rahmen der niedersächsischen Start-up Strategie. Was dürfen sich die Start-ups darunter vorstellen?

Borchers: Bei genauem Blick auf die aktive und starke niedersächsische Start-up-Szene haben wir festgestellt, dass die jungen Unternehmen häufig vor dem Problem stehen, am Übergang von der Seed- zur Wachstumsphase ausreichend Kapital einzuwerben. Ursächlich ist dabei nicht die Qualität der Unternehmen und Geschäftsideen, ursächlich ist die Investorenlandschaft in Niedersachsen. Diese ist bisher noch nicht breit genug aufgestellt, um den Bedarf der vielen innovativen Unternehmen zu decken. Diese Lücke will das Land nun mit dem Wachstumsfonds schließen. Das Land greift damit eine Empfehlung des Beirats der Landesinitiative startup.niedersachsen auf. Aktuell bieten wir als NBank mit unserer Beteiligungsgesellschaft NBank Capital über das Programm NSeed Beteiligungskapital für Start-ups in der Seedphase in der Regel bis zu 600.000 Euro. Der Wachstumsfonds soll über diese Grenze deutlich hinausgehen.

NBank: Sind die Mittel schon verfügbar?

Borchers: Nein, der Umsetzungsprozess läuft aber auf Hochtouren. Letztes Jahr hat der Landtag die Mittelbereitstellung beschlossen. Dabei war von Beginn an geplant, nicht rein mit Landesmitteln zu arbeiten. Der Fonds soll stattdessen privaten Investoren bzw. Kapitalverwaltungsgesellschaften Anreiz bieten, regionale Themenfonds aufzusetzen. Das Volumen von 50 Millionen Euro soll so durch zusätzliche 50 Millionen Euro aus Investorenhand aufgestockt werden.

NBank: Welche Themenschwerpunkte wird es geben?

Borchers: Bei der Festlegung der Themenschwerpunkte orientieren wir uns an den Stärken der niedersächsischen Wirtschaft und der bestehenden Start-up-Szene. Nach aktueller Einschätzung könnten die Themen Agrar und Ernährung, Mobilität, Life Science, Smarte Produktion und Robotik im Fokus stehen. Hinzu kommen Querschnittsthemen wie Digitale Geschäftsmodelle und natürlich Künstliche Intelligenz.

NBank: Wo steht das Projekt aktuell? Was sind die nächsten Schritte?

Borchers: Auf Grundlage des Beschlusses der Landesregierung wurde bereits intensiv bei potenziellen regionalen Akteuren sondiert. Parallel wurde ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, um zu klären, wie diese Mittel rechtssicher als Kofinanzierung in die regionalen Themenfonds fließen können. Das Ergebnis des Gutachtens liegt jetzt vor. Auf dieser Grundlage wollen wir nach der Osterpause in konkrete Abstimmungsgespräche mit den potenziellen regionalen Fondsgründern gehen.

NBank: Bis wann werden die regionalen Themenfonds gegründet sein und wer sind die Ansprechpartner für Interessenten?

Borchers: Ich hoffe, dass die Fonds bis Ende des Jahres stehen – mit gedoppeltem Ausgangsvolumen. Die konkreten Themenfonds sollen mindestens 20 Millionen, idealerweise 30 Millionen Euro oder mehr umfassen. In der Rolle des Geburtshelfers ist die NBank Ansprechpartnerin für alle interessierten Investoren und regionalen Akteure. Wer Interesse oder Nachfragen hat, melde sich gerne direkt bei mir.

NBank: Vielen Dank für das Gespräch!

Bildnachweis: adobestock.com copyright Memed ÖZASLAN

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