• JWS und PACE

Interview mit NBank-Vorstand Dr. Ulf Meier zu Jugendwerkstätten und Pro-Aktiv-Centren in Niedersachsen

28.09.2018

Jugendwerkstätten und Pro-Aktiv-Centren gibt es in Niedersachsen seit über dreißig Jahren. Sie arbeiten mit und für benachteiligte Jugendliche. Die Anforderungen der Zielgruppe ändern sich ständig. Früher kam es sehr häufig vor, dass nur einzelne Probleme die Weiterentwicklung hinderten. Heute sehen sich die Fachkräfte in den Einrichtungen mit multiplen Problemlagen konfrontiert.

Drei Fragen an Dr. Ulf Meier, NBank

Frage: Worin sehen Sie die besondere Stärke der Jugendwerkstätten und Pro-Aktiv-Center in Niedersachsen?

Antwort Dr. Meier: Es gibt viele Stärken, die es hervorzuheben gilt. So stellen sie sich seit langen Jahren erfolgreich ständig wechselnden gesellschaftlichen Gegebenheiten sowie sich verändernden Ansprüchen des Arbeitsmarktes. Natürlich ändern sich auch die maßgebenden Förderkriterien von Förderperiode zu Förderperiode. Oftmals wird der bürokratische Aufwand beklagt, der aber immer zur Zufriedenheit aller abgearbeitet wird.

Jugendwerkstätten und Pro-Aktiv-Center sind zudem hervorragend im politischen Netzwerk verortet und haben viele Fürsprecher für ihre Anliegen. Überhaupt können sie auf ein funktionierendes Netzwerk bauen und sind breit aufgestellt, was beispielsweise die Kooperation mit Kommunen oder Jobcenter aber auch mit den Betrieben vor Ort angeht.

Sie pflegen darüber hinaus die Nachbarschaft vor Ort, was ein nicht zu unterschätzendes Asset ist. Oftmals haben sie sich so zu einem belebten Treffpunkt im jeweiligen Stadtteil entwickelt und werden als Kommunikationszentren geschätzt. Bei der Beschreibung kommt einem das Niedersachsenlied in den Sinn: „sturmfest und erdverwachsen“.

Frage: Welche Aufgaben umfasst die Arbeit der NBank im Rahmen der Jugendwerkstätten und des PACE-Programms?

Antwort Dr. Meier: Die NBank stützt sich bei der Arbeit und der Unterstützung für Jugendwerkstätten und bei dem PACE-Programm auf die Punkte: Beratung, Projektbegleitung und Förderung. Unser primäres Geschäft konzentriert sich im letzten Punkt natürlich insbesondere darauf, die Zuwendungen zu bewilligen und die bewilligte Förderung entsprechend den Fördermaßgaben auszuzahlen.

Mit Veranstaltungen unterstützen wir das schon angesprochene Netzwerk und intensivieren den Kontakt untereinander. Damit regen wir zum Erfahrungsaustausch an und begleiten diesen. Dies trägt darüber hinaus zur konzeptionellen Weiterentwicklung bei, damit kein Stillstand bei den wechselnden Anforderungen entsteht.

Weil uns die Förderung besonders am Herzen liegt, investieren unsere Mitarbeiter viel persönliches Engagement. Sie haben immer ein offenes Ohr für die Mitarbeiter der Einrichtungen und gemeinsam findet man immer einen Lösungsweg, um Dinge voranzubringen.

Frage: Was erwartet die NBank für die Einrichtungen mit Blick auf die Ausgestaltung der kommenden ESF-Förderperiode?

Antwort Dr. Meier: Vorausschicken möchte ich, dass wir erst am Anfang der Gespräche und Beratungen über die Ausgestaltung der neuen Förderperiode stehen. Jugendwerkstätten und PACE-Programm haben einen festen Platz im Koalitionsvertrag der niedersächsischen Landesregierung. Damit wird ihr hoher Stellenwert bei den handelnden politischen Akteuren in Niedersachsen manifestiert. Ein Fortbestehen für das Förderprogramm auf europäischer Ebene scheint damit nicht unwahrscheinlich. Denn dafür zeichnet die EU, aber vor allem der Richtliniengeber, nämlich das Land Niedersachsen, verantwortlich.

Ob dies auch für die Volumina gilt, bleibt abzuwarten. Positiv stimmt mich aber in diesem Zusammenhang, dass Deutschland mit der Thematik „benachteiligte Jugendliche“ nicht alleine steht. Jedes Land in der EU fühlt sich verpflichtet, Jugendliche in persönlichen Extremsituationen nicht alleine zu lassen, sondern sie zu begleiten und zu betreuen und ihnen Chancen für ihr Leben und Fortkommen zu vermitteln.

Weitere Informationen zu den Förderprogrammen:
Jugendwerkstätten
Pro-Aktiv-Centren

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