Motiviertes Personal gewinnen über soziales Engagement

02.07.2019

„Motiviertes Personal gewinnen über soziales Engagement“ unter diesem Motto fand am 19.06.2019 eine Informationsveranstaltung des niedersächsischen Landesamtes für Soziales, Jugend und Familie, der Agentur für Arbeit und mit Beteiligung der NBank in Göttingen statt. Dabei stand das Thema „Inklusionsbetriebe“ im Fokus. Die Veranstaltung war mit 70 Personen gut besucht.

Unternehmen zu informieren, wie sie diese Chance zur Fachkräftegewinnung nutzen können und welche vielfältigen Möglichkeiten der finanziellen Unterstützungsleistungen es von der Agentur für Arbeit, vom Jobcenter, dem niedersächsischen Landesamt für Soziales, Jugend und Familie sowie der NBank gibt, war Ziel dieser Veranstaltung.

Fachkräfte zu finden, wird für viele Unternehmen zunehmend schwerer. Auf der Suche nach geeignetem Personal wird dabei eine Zielgruppe häufig völlig außer Acht gelassen: Menschen mit Behinderung.
Nur ein Viertel aller deutschen Betriebe würden Menschen mit schweren Behinderungen einstellen, erklärte Susanne Sohns, Teamleiterin Rehabilitation und Teilhabe der Agentur für Arbeit Göttingen. Nach einer gesetzlichen Quote müssen Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, fünf Prozent Schwerbehinderte einstellen. 60 Prozent dieser Unternehmen, berichtete Sohns, blieben unter der vorgeschriebenen fünf Prozent-Quote und zahlten deshalb eine Ausgleichsabgabe.

Viele Unternehmen schrecken davor zurück schwerbehinderte Menschen einzustellen. Der Arbeitsplatz und die Arbeitsprozesse müssen so gestaltet werden, dass der Schwerbehinderte seine vollen Leistungen entfalten könne, erklärte Rolf Gollnick, Berater beim Integrationsamt in Göttingen. Manche Schwerbehinderte würden, so Gollnick, eine psychosoziale Betreuung benötigen. Auch die Kolleginnen und Kollegen seien im Umgang mit Betroffenen zu schulen.

Inklusionsbetriebe als sinnvolle Alternative

Für Unternehmen kann es sich lohnen, Menschen mit Behinderung eine berufliche Perspektive zu bieten. Finanzielle Förderung der öffentlichen Hand und unternehmerisches soziales Engagement machen dies in einem Inklusionsbetrieb möglich. Inklusionsbetriebe sind am Markt agierende Unternehmen, in denen Menschen mit Behinderung, die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt auf besondere Schwierigkeiten stoßen, eine berufliche Chance erhalten und mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ohne Behinderung Seite an Seite zusammenarbeiten.

„Die Gründung eines Inklusionsbetriebes rechnet sich finanziell“, erklärt Dirk Kühn, Berater bei der NBank. Die NBank berät und unterstützt bei der Neugründung eines Inklusionsbetriebes oder bei der Einrichtung einer inklusiven Abteilung eines bestehenden Unternehmens.

Gefördert wird die Einrichtung der Arbeits- und Ausbildungsplätze im Betrieb mit einem Investitionskostenzuschuss. Inklusionsbetriebe erhalten einen laufenden Personalkostenzuschuss von max. 30% des Arbeitgeberbruttolohns und eine laufende Pauschale für den mit der Beschäftigung der schwerbehinderten Arbeitnehmer verbundenen besonderen Aufwand.

Die Investition in einen Inklusionsbetrieb würden sich lohnen, berichtet Christian Ahlers, Geschäftsführer der SYNTEGRA GmbH. Menschen mit Behinderung seien besonders motiviert. Bei Syntegra arbeiten 26 Mitarbeiter, die Hälfte davon hat ein Handicap.

Weitere Informationen zum Förderprogramm finden Sie unter Inklusionsbetriebe.

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