Wohnraumförderprogramm macht Neubau von bezahlbaren Mietwohnungen möglich

13.05.2019

Wohnungsbauprojekt in Melle setzt Maßstäbe für Folgevorhaben für bezahlbaren Wohnraum. Ein Interview mit Dirk Hensiek, Geschäftsführer der Wohnungsbau Grönegau GmbH.

Was ist das Besondere an dem Bauprojekt in der Breslauer Str.?

Vor mehr als 20 Jahren sind in Melle zuletzt neue geförderte Mietwohnungen mit Belegungs- und Mietpreisbindung entstanden. Mit der Projektierung und Realisierung der 27 Mietwohnungen an der Breslauer Str. wagen wir den Wiedereinstieg in den Neubau von „bezahlbaren Wohnraum“ und setzen zugleich Maßstäbe für Folgeprojekte: Mithilfe der Finanzierung aus dem Wohnraumförderprogramm ist es gelungen, eine Miete von anfänglich 5,60 Euro /m² wirtschaftlich darzustellen. Neben den verbesserten Förderbedingungen – namentlich insbesondere dem Tilgungszuschuss von 15 % nach 20 Jahren – hat auch das innovative Planungskonzept des Architekturbüros Martens und Sternkopf Architekten, in Rosengarten, durch vertretbare Baukosten dazu beigetragen, die Wirtschaftlichkeit der Investition entscheidend zu begünstigen. Es war also gut, sich an dem von vielen Beteiligten initiierten Wettbewerb zu beteiligen und neue Wege zu beschreiten.

An wen richtet sich das Angebot Ihres Bauprojektes?

Das Angebot der entstehenden Wohnungen in zentraler Lage mit gleichzeitig bester Infrastruktur richtet sich an Alle. 18 Wohnungen werden mit Belegungsbindung dem berechtigten Personenkreis zur Verfügung stehen. Davon ist die Hälfte bereits für Menschen mit Inklusionsbedarf vergeben worden, die Mitglied der Lebenshilfe Melle e.V. sind. Für die Begegnung untereinander in dem Wohnprojekt und für Beratungsleistungen der Lebenshilfe wurde ein zentraler Treffpunkt vorgesehen. Für ein Drittel der Wohnungen konnte die mittelbare Belegung vereinbart werden, sodass in dieser besonderen Wohnanlage auch diejenigen Wohnungen finden, die nicht einen Wohnberechtigungsschein beanspruchen können.

Was erwarten Sie von einer zielgerichteten Wohnraumförderung?

Der Bedarf an neuen bezahlbaren Wohnungen ist immens. Die Wohnungswirtschaft steht vor der Bewältigung einer großen gesellschaftlichen Aufgabe und damit verbunden vor erheblichen finanziellen Investitionen. Nicht zuletzt der technische Fortschritt, Bauauflagen und ständig sich verändernde Anforderungen an das Wohnen führen neben der Kapazitätsauslastung im Baugewerbe zu stetig steigenden Baukosten. Ohne hinreichende finanzielle Unterstützung wird die Wirtschaftlichkeit neuer Projekte nicht darzustellen sein. Ich begrüße daher sehr, dass das Land Niedersachsen auf Initiative des VdW Niedersachsen Bremen das "Bündnis für bezahlbares Wohnen" gegründet hat und nochmals verbesserte Konditionen für die Wohnraumförderung erarbeitet wurden, die noch in diesem Jahr über die NBank umgesetzt werden sollen.

Was gilt es, aus Sicht von Investoren zu beachten?

Wichtig wird dabei sein, die verbesserten Konditionen nicht mit immer längeren Belegungsbindungen für Investoren doch wieder unattraktiv zu gestalten. Wenn gemeinsam das Ziel erreicht werden soll, ausreichend bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, so brauchen wir auch das Engagement von privater Hand. Gerade für Privatpersonen werden Bindungszeiträume, die inzwischen über eine Generation hinausreichen, unüberschaubar und zum Investitionshemmnis. Bezahlbarer Wohnraum wird aber heute akut gebraucht, während niemand gesichert vorhersagen kann, ob dieser Bedarf noch in 3 Jahrzehnten bestehen wird.

Welches sind die nächsten Schritte in Ihrem Projekt Breslauer Str. in Melle?

Der Baufortschritt liegt aktuell voll im Zeitplan und wir gehen daher von einer pünktlichen Bezugsfertigkeit im November 2019 aus. Alle Mietverträge werden bis spätestens zum Ende der Sommerferien unterzeichnet sein. Aufgrund der hohen Nachfrage gehen wir davon aus, dass danach nur noch einzelne Wohnungen zur Verfügung stehen werden. Für Oktober planen wir ein Pre-Opening, bevor die Wohnungen bezogen werden. Wir wollen damit allen Projektbeteiligten und den Unterstützern aus dem Bauprojekt zugrundeliegenden Wettbewerbs „Wohnraum schaffen“ Gelegenheit geben, sich von den Ergebnissen zu überzeugen und uns damit zugleich bedanken.

Bildnachweis: Wohnungsbau Grönegau GmbH

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