Aufstiegs-BAföG (für Maßnahmen ab 01.08.2016)

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Sie wollen beruflich aufsteigen? Eine Fortbildung machen? Egal ob Meister/in, Techniker/in, Betriebswirt/in oder Fachkrankenpfleger/in, das sogenannte „Aufstiegs-BAföG“ unterstützt Sie dabei.

Dieses von Bund und Ländern gemeinsam finanzierte Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) legt einen individuellen Rechtsanspruch auf Förderung von beruflichen Aufstiegsfortbildungen, also von Meisterkursen oder anderen auf einen vergleichbaren Fortbildungsabschluss vorbereitenden Lehrgängen, fest. Das „Aufstiegs-BAföG“ erfasst alle Berufsbereiche, unabhängig von der Form der Aufstiegsfortbildung. Die Förderung ist an bestimmte persönliche, qualitative und zeitliche Anforderungen geknüpft.

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Wer wird gefördert?

  • Personen, die sich im Rahmen einer beruflichen Aufstiegsfortbildung qualifizieren wollen. Dazu gehören z. B. die Fortbildungen zu Meistern, Technikern, Fachkaufleuten, Fachwirten, Betriebswirten oder Fachkräften im Sozial- und Gesundheitswesen

Was wird gefördert?

  • Maßnahmen in Vollzeit- und in Teilzeitform (berufsbegleitend), die mit einer öffentlich-rechtlichen Prüfung nach dem Berufsbildungsgesetz, der Handwerksordnung, entsprechenden landes- oder bundesrechtlichen Regelungen oder als Fortbildungen nach den Weiterbildungsrichtlinien der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) erfolgen.

Wie wird gefördert?

Bedingungen

Förderumfang

  • Maßnahmebeitrag bei Voll- und Teilzeitmaßnahmen: Die Förderung umfasst die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren in tatsächlicher Höhe (ohne Lehrmittel und Arbeitsmaterialien) bis maximal 15.000 Euro sowie ggf. die Kosten des Meisterstücks bzw. der Prüfungsarbeit bis zur Hälfte der notwendigen Materialkosten, höchstens jedoch 2.000 Euro.
    Der Maßnahmebeitrag ist einkommens- und vermögensunabhängig. Er wird zu 40 % als Zuschuss und zu 60 % als zinsgünstiges Darlehen gewährt. Die Prüfungsgebühr wird erst gegen Vorlage der Rechnung in Kopie bewilligt.
    Hinweis: Zum 40 % Darlehenserlass mehr unter dem Punkt Darlehensabwicklung - Darlehenserlass.
  • Kinderbetreuungszuschlag: Alleinerziehende erhalten für die Betreuung eines Kindes bis zum Alter von 10 Jahren zusätzlich einen Zuschuss in Höhe von 130 Euro monatlich pro Kind.
  • Unterhaltsbeitrag: Teilnehmer an Vollzeitmaßnahmen können neben dem Maßnahmebeitrag einen Unterhaltsbeitrag erhalten. Dieser besteht aus einem Zuschuss- und einem Darlehensanteil, der sich an der Familiengröße orientiert. Bei Kranken- bzw. Pflegeversicherungsbeiträgen ab 86 Euro beträgt die Förderung maximal (Darlehen und Zuschuss) für:
    • Ledige ohne Kind: 768 Euro
    • Verheiratete ohne Kind: 1003 Euro
    • Für jedes Kind: 235 Euro
    Der maximale Zuschussanteil bei ledigen Personen ohne Kinder liegt bei 333 Euro und steigt pro Kind um 129 Euro.
    Freibeträge: Der Unterhaltsbeitrag wird abhängig vom Einkommen und Vermögen des Antragstellers sowie vom Einkommen des nicht dauernd getrennt lebenden Ehegatten gewährt; es bestehen folgende Freibeträge:
    Einkommensfreibeträge des Antragstellers:
    • 290 Euro für den Antragsteller,
    • plus 570 Euro für den Ehegatten,
    • plus 520 Euro für jedes Kind.
    Einkommensfreibeträge des Ehegatten:
    • 1.145 Euro vom Einkommen des Ehegatten,
    • plus 520 Euro für jedes Kind.
    Vermögensfreibeträge:
    • 45.000 Euro für den Antragsteller,
    • plus 2.100 Euro für den Ehegatten des Antragstellers,
    • plus 2.100 Euro für jedes Kind des Antragstellers.
    Härtefreibetrag für Einkommen und Vermögen: Auf formlosen Antrag kann über die genannten Freibeträge hinaus vom Vermögen des Antragstellers bzw. des Ehegatten ein weiterer Teil anrechnungsfrei gestellt werden, um unbillige Härten zu vermeiden.
  • Förderung der Prüfungsvorbereitungszeit: Auf gesonderten Antrag (Formblatt G) kann der bereits bewilligte Unterhaltsbeitrag für die Zeit zwischen Lehrgangsende und Prüfung (maximal jedoch für drei Monate) als Darlehen fortgesetzt werden. Die Prüfung muss zum erstmöglichen Zeitpunkt abgelegt werden.
  • Hinweis: Die Förderung ist zweckgebunden und setzt eine regelmäßige Teilnahme voraus.

Darlehensabwicklung

  • Darlehenshöhe: Die NBank entscheidet als Bewilligungsbehörde auf Antrag
    • über die Höhe des Darlehensbetrages sowie über die Höhe des Zuschussanteils zum Maßnahme- bzw. Unterhaltsbeitrag,
    • über die Dauer in der ein Unterhaltsdarlehen für die Prüfungsvorbereitungszeit vergeben wird.
  • Darlehensangebot: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) übersendet dem Geförderten ein konkretes Darlehensangebot in Höhe des im Bewilligungsbescheid ausgewiesenen Darlehensanspruchs.
    In einem privatrechtlichen Rahmendarlehensvertrag mit der KfW können die Geförderten festlegen, ob und in welchem Umfang sie von dem Angebot Gebrauch machen wollen.
    Bei Folgebewilligungen erstellt die KfW automatisch ein erneutes Angebot über den erhöhten Darlehensanspruch.Der Abschluss des privatrechtlichen Darlehensvertrages kann bei der KfW nur innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Monaten nach Bescheiddatum verlangt werden.
  • Rückzahlung: Das Darlehen ist für die Dauer der Fortbildung und einer anschließenden zweijährigen Karenzzeit (längstens jedoch für sechs Jahre) zins- und tilgungsfrei. Danach ist das Darlehen innerhalb von zehn Jahren mit einer monatlichen Mindestrate von 128 Euro zurückzuzahlen.
    Die KfW teilt 30 Tage vor Rückzahlungsbeginn folgende Modalitäten mit:
    • die Höhe der Darlehensschuld,
    • die zu diesem Zeitpunkt geltende Zinsregelung,
    • die monatliche Rückzahlungsrate und
    • den Tilgungszeitraum.

      Ab Beginn dieser Rückzahlungspflicht muss das Darlehen verzinst werden. Der Zinssatz ist variabel, kann aber auch mit der KfW festgesetzt werden.
  • Darlehenserlass:
    • Wenn die Fortbildungsmaßnahme erfolgreich abgeschlossen wird, erlässt die KfW bei Vorlage einer beglaubigten Kopie des Prüfungszeugnisses 40 % des noch bestehenden Maßnahmedarlehens. Ein entsprechender Antrag ist gegenüber der KfW zu stellen.
    • Gründet oder übernimmt der Darlehensnehmer innerhalb von drei Jahren nach erfolgreicher Beendigung des Lehrgangs ein Unternehmen oder eine freiberufliche Existenz, können unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 66 % des auf die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren entfallenden Restdarlehens erlassen werden.
    • Telefonische Auskünfte bezüglich Darlehensabwicklung und Erlass können bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), Niederlassung Bonn, unter der Rufnummer 0228 831 9996 eingeholt werden.

Voraussetzungen

  • Der Antragsteller hat den ersten Wohnsitz in Niedersachsen oder Bremen.
  • Der angestrebte Fortbildungsabschluss muss rechtlich geregelt sein, mit einer öffentlich-rechtlichen Prüfung abschließen und über dem Niveau einer Facharbeiter-, Gesellen- und Gehilfenprüfung liegen.
  • Die Fortbildungsmaßnahme umfasst mindestens 400 Unterrichtsstunden.
  • Lehrveranstaltungen in Vollzeit finden wöchentlich an vier Werktagen mit einer Dauer von mindestens 25 Unterrichtsstunden statt, schließen innerhalb von 36 Monaten ab und sind maximal für 24 Monate förderfähig;
  • Bei Lehrveranstaltungen in Teilzeit finden im Durchschnitt mindestens 18 Unterrichtsstunden je Monat statt und die Teilzeitmaßnahme schließt innerhalb von 48 Monaten ab.
  • Fernunterrichtslehrgänge müssen nach § 12 Fernunterrichtsschutzgesetz zugelassen sein oder von einem öffentlich-rechtlichen Träger veranstaltet werden und es müssen regelmäßig Erfolgskontrollen erfolgen. Die Förderungshöchstdauer und die Mindeststundenzahl werden nach der Anzahl der durchschnittlich für die Bearbeitung der Fernlehrbriefe benötigten Zeitstunden und der Anzahl der für Präsenzphasen vorgesehenen Unterrichtsstunden berechnet (Regelstudienzeit).
  • Mediengestützter Unterricht (Unterricht, der teilweise unter Einsatz elektronischer Medien durchgeführt wird) ist förderfähig, wenn er durch Präsenzunterricht oder eine vergleichbare verbindliche mediengestützte Kommunikation ergänzt wird und regelmäßig Erfolgskontrollen erfolgen.
  • Die staatliche Förderung nach dem AFBG kann lediglich für eine einzige Aufstiegsfortbildungsmaßnahme bewilligt werden.
  • Unter bestimmten Voraussetzungen kann ausnahmsweise auch eine weitere Fortbildung gefördert werden, insbesondere dann, wenn die erste geförderte Maßnahme den Zugang zur weiteren Maßnahme eröffnet hat.
  • Die Förderung ist auch für Hochschulabsolventen möglich, deren höchster akademischer Abschluss ein Bachelorabschluss oder ein diesem vergleichbarer Hochschulabschluss (z. B. Diplom FH) ist.
  • Praktika werden nach dem AFBG nicht gefördert.

Passende Angebote der NBank

Zuschuss

Weiterbildung in Niedersachsen

Als niedersächsisches Unternehmen können Sie einen Beitrag zur Verbesserung der...

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Als niedersächsisches Unternehmen können Sie einen Beitrag zur Verbesserung der Fachkräftesituation leisten. Die NBank unterstützt Sie bei individuellen Weiterbildungsmaßnahmen mit Hilfe des Europäischen Sozialfonds (ESF) und Landesmitteln.

In Kürze

  • Förderung individueller Weiterbildungsmaßnahmen
  • Zuschuss bis zu 50 %, mindestens 1.000 Euro
  • 24 Monate Laufzeit

Schritt für Schritt zur Förderung

Wie erfolgt die Antragstellung?

Den Antrag auf „Meister-BAföG“ können Sie direkt online stellen. Bitte beachten Sie die entsprechenden Fristen:

  • Bitte wenden Sie sich etwa zwei Monate vor Beginn der Maßnahme an uns. So sind die Unterlagen möglichst aktuell und die Bearbeitung kann in der Regel bis zum Lehrgangsbeginn abgeschlossen werden.
  • Die Antragstellung muss spätestens bis zum letzten Unterrichtstag der Maßnahme bzw. des Maßnahmeabschnittes erfolgen. Maßnahmebeiträge (Lehrgangs- und Prüfungsgebühren) können bei fristgerechter Antragstellung (siehe oben) rückwirkend gewährt werden.
  • Unterhaltsbeiträge können nicht rückwirkend bewilligt werden. Sie werden von Beginn des Monats an geleistet, in dem mit dem Unterricht begonnen wird, frühestens jedoch vom Beginn des Antragsmonats an. Die Leistung endet mit Ablauf des Monats, in dem der letzte Unterricht abgehalten wird.

Senden Sie die Antragsunterlagen, die unter Schritt 1 aufgeführt sind, vollständig ausgefüllt und unterschrieben per Post an uns zurück:
Investitions- und Förderbank
Niedersachsen – NBank
Günther-Wagner-Allee 12–16
30177 Hannover

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Fachkräfte – MeisterBAföG

»Heute bin ich ganz anders aufgestellt!«

Ramzi Lazali ist ein erfahrener Handwerker. Fliesen- und Fugarbeiten waren fünf Jahre lang sein Hauptgeschäft. Mit fast 50 Jahren entschied der Vater von vier Kindern, den Meister zu machen, um sein Unternehmen auszubauen. Die NBank unterstützte ihn mit dem MeisterBAföG, dem Fortbildungsdarlehen für Fachkräfte, Gesellen oder Gehilfen, die einen anerkannten Berufsabschluss erreichen wollen.

»Dieses Jahr will ich einen Maurer und einen Auszubildenden neu einstellen. Ich warte noch auf feste Zusagen für Aufträge. Dann geht es los.«

NBank Herr Lazali, wie kamen Sie zum Meister-BAföG?
Lazali Die vermehrten Anfragen von vielen Kunden nach mehr Leistungsumfang, wie Mauern oder Betonarbeiten, haben mich zum Nachdenken gebracht. Ohne Meister ist man beschränkt. Ich habe viel überlegt, was ich tun kann, und bin schließlich zur Handwerkskammer gefahren, um mich zu informieren.

NBank Dort hat man Ihnen zum Meisterabschluss geraten?
Lazali Man hat mir gesagt, ich könnte in meinem Alter auch eine Ausnahmegenehmigung für Arbeiten bekommen. Aber das hat mich nicht überzeugt. Sonst bleibt nur der Weg über den Meister. Ich musste nur eine Tür weitergehen und konnte mich gleich zum Vorbereitungskurs für den Beton- und Maurer-Meister anmelden.

NBank Wie war der Kurs?
Lazali Ich habe die Fortbildung in Teilzeit in Aurich angefangen, immer Dienstag- und Donnerstagabend und am Samstag. Ich war viele Jahre aus dem Lernen heraus. In einer Klasse sitzen, Aufgaben machen, davor hatte ich zu Beginn schon Respekt. Der Kurs hat vier Bereiche. Praxis und Theorie, außerdem macht man den technischen Fachwirt und wird auf die ADA, die Ausbildereignung, vorbereitet. Am 27.9.2012 habe ich mit dem Meister-Kurs angefangen. Anfang 2013 kam die Möglichkeit, den Fachwirt und die ADA innerhalb von zwei Monaten in Vollzeit abzuschließen. Ich bin Vater von vier Kindern, drei davon sind in Ausbildung oder studieren. Da muss Geld da sein. Ich habe überlegt, das Geschäft zwei Monate auszusetzen. Aber so konnte ich fast ein Jahr Teilzeitausbildung sparen.

NBank Konnten Sie so einfach in die Vollzeit-Fortbildung wechseln?
Lazali Es dauerte, weil ich spät war. Hat aber alles reibungslos geklappt. Die Förderung wurde aufgestockt, hat alles bestens funktioniert. Das Darlehen kann man später in niedrigen Raten abstottern, die man kaum bemerkt. Außerdem bekommt man Rabatte, wenn man die Prüfung besteht oder später einen Azubi einstellt.

NBank Waren die Prüfungen schwer?
Lazali Die sind kein Zuckerschlecken. Einer, der Meister wird, der ist wirklich ein Meister. Bei den Prüfungen geht es um Bauphysik, Statik, Rechnungswesen, um Gesetze, Steuern, Arbeitsrecht, Versicherungsfragen. Ein sehr wichtiger Teil der Prüfung ist eine viertägige Projektarbeit. Wir mussten ein Wohnhaus mit Bürotrakt entwerfen und am Computer zeichnen, mit Schnitt, Details, Abmessungen und Bauantrag. Da muss alles sitzen. Klar denkt man erst, man will sich nicht blamieren. Aber das Alter ist doch die größte Ausrede. In meiner Gruppe waren die Leute durchschnittlich 24 Jahre alt. Wir waren wohl ein guter Kurs, aber fast ein Drittel ist durchgefallen. Ich war einer von den Besten. Im April 2014 war die letzte Prüfung durch.

NBank Wozu nutzen Sie den Meister?
Lazali Dieses Jahr will ich einen Maurer und einen Auszubildenden neu einstellen. Ich warte noch auf feste Zusagen für Aufträge. Dann geht es los. Ich muss Ihnen sagen, ich habe Blut geleckt. Ohne Meister kann man einfach weniger. Man hat so viel nicht gewusst. Heute bin ich ganz anders aufgestellt. Lernen bringt mir mittlerweile viel Spaß. Ich mache zur Zeit den Meister als Zimmerer, diesmal ohne Förderung. Damit kann ich Dächer bauen und alle Gewerke für den Hausbau aus einer Hand anbieten.

NBank Was sagt Ihre Familie zu Ihren Plänen?
Lazali (lacht) Meine Familie ist schon stolz. Sie sagt: Hoffentlich ist es der letzte Meister.

NBank Herr Lazali, wir danken für das Gespräch.

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