Auf Einladung der NBank diskutierten am 5. September 2011 in Hannover rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer niedersächsischer Pro-Aktiv-Centren und tauschten neueste Erkenntnisse aus.
Nach dem Grußwort von Dr. Johannsen, Mitglied des Vorstands der NBank, eröffnete Ragna Melzer (Organisationsberatung & Projektmanagement) die fachliche Diskussion mit der Fragestellung „Weiter wie bisher?“. In ihrem Vortrag erörterte die Referentin die bisherigen Gestaltungsansätze in der Jugendberufshilfe und gab Anregungen zur Weiterentwicklung lokaler Ansätze im Übergang „Schule – Beruf“.
Prof. Dr. Franz-Josef Krafeld (Hochschule Bremen) stellte den Befähigungsansatz in der Arbeit gegen Ausgrenzung junger und benachteiligter Menschen vor. Vertreterinnen und Vertretern der Pro-Aktiv-Centren Hameln (Dirk Begemann), Hannover (Petra Langelotz) und Stadt Osnabrück (André Chladek) erörterten unter der Moderation von Helmut Metzger, NBank, beide Vorträge mit den Referenten. Dabei ging es u. a. um das Spannungsverhältnis zwischen dem Stellenwert pädagogischer Konzepte für die praktische Arbeit mit den Jugendlichen und den unterschiedlichen Handlungslogiken der in PACE-Netzwerken beteiligten Institutionen.
Am Nachmittag folgte der Beitrag der Projektberatung Arbeitsmarktförderung der NBank zu aktuellen Informationen. Matthias Nagel (Steria Mummert Consulting Hamburg) berichtete zu den Modifikationen im Teilnehmerdatenstammblatt und gab einen kurzen Einblick in die gegenwärtige Sonderuntersuchung. Anschließend ermöglichte Geschäftsführerin Angela Denecke (Landesarbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit in Niedersachsen - LAG JAW) einen Ausblick auf die die kommenden Fort- und Weiterbildungsangebote für die Fachkräfte in den Projekten.
Von besonderem Interesse bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren die Ausführungen zur Neuorganisation der arbeitsmarktpolitischen Instrumente. Bodo Schadeck und Christian Weber (Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit Niedersachsen-Bremen) berichteten über das Gesetzänderungsverfahren.
Am Nachtmittag hatten die Fachkräfte der Pro-Aktiv-Centren die Möglichkeit, sich in drei Workshops zu thematischen Schwerpunkten auszutauschen und im Sinne von Best Practice andere Projekte kennenzulernen. Im ersten Workshop vertiefte Ragna Melzer ihr Eingangsreferat, in der zweiten Arbeitsgruppe wurde von Susanne Steiniger und Martin Möller aus dem Landkreis Osnabrück das Modell der Ausbildungslotsen vorgestellt, im dritten Workshop gaben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Sven Schönewerk, Beate Hilmer, Sabine von Randow) des Pro-Aktiv-Centers Lüneburg einen Einblick in die Arbeit mit jungen Menschen in Kriseninterventionen.
Trotz der aktuell angespannten Situation durch die Neuorganisation der arbeitsmarktpolitischen Instrumente wurde die Tagung sehr gut besucht und die Resonanz der Teilnehmenden war durchweg positiv.