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Wohnungspolitischer Kongress der NBank unter dem Motto „Bezahlbarer Wohnraum-Wohnen für Alle!“

Kontroverse Diskussionen waren vorgezeichnet

Der 14. Wohnungspolitische Kongress in Hannover stand unter dem Motto „Bezahlbarer Wohnraum - Wohnraum für alle". Rund 250 Expertinnen und Experten aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Bau- und Wohnungswirtschaft diskutierten über die Möglichkeiten, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Veranstalter des Kongresses sind das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachsen Bremen (vdw) sowie die NBank.

Nach der Wohnungsmarktprognose der NBank entfaltet sich im Geschosswohnungsbau bis zum Jahr 2020 die größte Dynamik, weil die Zahl der Haushalte weiter deutlich steigt. Insbesondere entwickeln sich aktuell die großen Städte dynamisch - auch ohne Flüchtlinge. Neben vielen Familien, die vermehrt zentral wohnen bleiben wollen, ziehen die Städte traditionell junge Ausbildungs- und Berufsstarter an. Bereits heute stellen 1,5 Millionen Single-Haushalte in Niedersachsen die häufigste Wohnform dar. Darunter sind schon 500.000 Seniorenhaushalte. Insgesamt gewinnen kleinere, verdichtete Wohnformen damit an Bedeutung.
„Nach unserer Bedarfsprognose benötigen die wachsenden Kommunen in Niedersachsen bis zum Jahr 2020 jährlich gut 12.000 neue Geschosswohnungen", so Michael Kiesewetter, Vorstandvorsitzender der NBank. „Gebaut wird zurzeit etwas mehr als die Hälfte. Dabei müssen wir uns wohl keine Sorgen um die Nachfrager machen, die bereit sind, tief in die Tasche zu greifen, um in einer hippen Gegend zu wohnen oder eine luxuriöse Ausstattung genießen zu können. Die Herausforderung besteht in der Bereitstellung von Wohnraum für die anderen Einkommen. In diesem Marktbereich wird der Druck noch einmal deutlich steigen, weil die bei uns bleibenden Flüchtlinge sich ebenfalls überwiegend im unteren Preissegment Wohnungen suchen werden. Erschwerend kommt hinzu, dass ein großer Teil von ihnen früher oder später dahin drängt, wo bereits Landsleute leben und wo die Chance auf Arbeit am größten ist - in die Großstädte."

„Wir tun alles, damit mit dem Engagement aller beteiligten Akteure und mit der umfangreichen Förderung durch das Land schnellstmöglich mehr Sozialwohnungen in Niedersachsen gebaut werden - wir haben deshalb unsere niedersächsische Wohnungsbauförderung um 400 Millionen Euro aufgestockt und damit den bisherigen Satz verzehnfacht", so Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt: „Das ist in Anbetracht der aktuellen Flüchtlingssituation auch deshalb so wichtig, weil nicht verschiedene Bevölkerungsgruppen mit Bedarf an bezahlbarem Wohnraum gegeneinander ausgespielt werden dürfen.

Auch vdw-Verbandsdirektor Heiner Pott unterstrich: „Wir brauchen verlässliche finanzielle Unterstützung für die Unterbringung und Integration von Zigtausenden von Flüchtlingen.
Aber es geht nicht nur darum, die Zuwanderung zu bewältigen, sondern generell um neuen Wohnraum für Haushalte mit kleinem Geldbeutel. Alle Anstrengungen von Politik, Stadtplanung und Wohnungswirtschaft müssen auf diese Aufgabe fokussiert werden."

Hauptredner auf dem Wohnungspolitischen Kongress in diesem Jahr war Professor Dr. Wolfgang Wiegard von der Universität Regensburg. In seinem Vortrag „Wohnungsmärkte in Deutschland: Bestandsaufnahme, Perspektiven, Risiken“ hob Professor Wiegard insbesondere hervor: “Für die Wohnimmobilienmärkte ist das Thema Flüchtlinge von hoher Relevanz. Dabei geht es auch um die Lösung verschiedene Zielkonflikte. So gibt es in vielen Regionen hohe Wohnungsleerstände, die in der Regel aber eine hohe Arbeitslosenquote aufweisen. Wichtig sei es aber, die anerkannten Flüchtlinge möglichst schnell in den Arbeitsmarkt zu integrieren, was oft nur in Regionen mit Wohnungsknappheit möglich sei.“

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