• Klimaschutz durch Moorentwicklung

Was im heimischen Garten als Plage gilt und mit Vertikutierern bekämpft wird, das wird an anderer Stelle gezüchtet: Moos!

Die niedersächsischen Moore sind wesentliche Bestandteile unserer Natur- und Kulturlandschaft. In den letzten Jahren wurde erkannt, dass Moore – neben ihrer Bedeutung als Lebensraum für viele moortypische Arten - ökologische Funktionen erfüllen, zum Beispiel für den Klimaschutz.

Im Sommer 2013 hat die Landesregierung das Signal gegeben, für die Moorlandschaften in Niedersachsen neue Impulse zu setzen. Das Ergebnis ist das Programm „Klimaschutz durch Moorentwicklung“, das bei der NBank beantragt werden kann. Es richtet sich unter anderem an land- oder forstwirtschaftliche, torfgewinnende- oder verarbeitende Unternehmen, die sich um die Moorerhaltung und Regeneration kümmern. Auch innovative Ansätze zur klimaschonenden Bewirtschaftung von Moorböden sind förderfähig. Dabei handelt es sich um ein Förderprogramm des Landes, das größtenteils mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert wird.

Ein besonderes Beispiel für „Klimaschutz durch Moorentwicklung“ ist das derzeit laufende Projekt des NABU Kreisverbandes Gifhorn: „Praktische Pilotstudie zur Förderung der Vermehrung und Verbreitung von Torfmoosen im Großen Moor bei Gifhorn.“

Seit einem Jahr führt der NABU Kreisverband Gifhorn e.V. dieses Projekt durch. Das Ziel des Projektes ist es, zu erproben, wie Torfmoose am besten vermehrt werden können. Dafür werden von 2016 bis 2018 Varianten untersucht, um Torfmoose ideal zu züchten, und zwar auf der Grundlage zwei mal zwei Meter großer Konstruktionen, die auf dem Wasser schwimmen und damit die Torfmoose kontinuierlich mit Wasser versorgen.

Gebraucht werden die Torfmoose für die Renaturierungsbecken im Naturschutzgebiet „Großes Moor“ nordöstlich von Gifhorn. Diese Renaturierungsbecken werden nach dem Torfabbau von der Torfindustrie angelegt. Dort werden die Torfmoose angesiedelt, um die Entwicklung moortypischer Vegetationsbestände zu fördern. Da sich die Torfindustrie in den kommenden Jahren aus dem Großen Moor zurückziehen wird, entstehen auch zahlreiche neue Becken, für die neue Torfmoose benötigt werden.

Mit dem Projekt wird ein wichtiger Grundstein für die weitere Renaturierung des Großen Moores gelegt und damit ein wesentlicher Beitrag für den Klimaschutz und den Erhalt der Biodiversität geleistet. Die Kosten für das Projekt betragen insgesamt rund 370.000 Euro. Auch hier gilt: Ohne Moos nix los. 242.000 Euro werden über die Förderrichtlinie „Klimaschutz durch Moorentwicklung “ getragen. Mit weiteren 86.000 Euro wird das Projekt von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung gefördert.

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