Ausbildungsverbünde

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Wenn Sie die Handlungsempfehlung des niedersächsischen „Bündnis duale Berufsausbildung“ zur Stärkung der Verbundausbildung aufgreifen möchten, kann diese Förderung Sie unterstützen.

Projekte aus den Regionen stellen wir Ihnen hier vor.

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Ausbildungsverbünde

Wer wird gefördert?

  • Juristische Personen des öffentlichen Rechts sowie im Handelsregister eingetragene Personenhandelsgesellschaften des privaten Rechts

Was wird gefördert?

  • Verbundausbildungen in anerkannten Ausbildungsberufen nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG), der Handwerksordnung oder dem Altenpflegesetz (AltPflG)
  • Ausgaben für Bildungs- und Beratungspersonal inklusive Reisekosten
  • Vergütung der Auszubildenden soweit sie vom Projektträger als Ausbilder zu erbringen ist
  • Verbrauchsgüter sowie Mieten/Leasing und Abschreibungen für Ausstattungsgegenstände
  • pauschalierte indirekte Ausgaben (Verwaltungsausgaben)

Wie wird gefördert?

Bedingungen

  • Der Zuschussantrag ist vor Beginn des Vorhabens bei der NBank zu stellen und kann nur zu festgelegten Stichtagen erfolgen
  • Zuschuss bis zu 50 % der förderfähigen Ausgaben
  • Projektlaufzeit ist bis zu 42 Monaten möglich
  • Förderfähige Ausgaben
    Gefördert werden folgende Ausgaben:
    • Bildungs- und Beratungspersonal
    • Vergütungen, Aufenthalts- und Fahrtkosten der Teilnehmenden
    • Verbrauchsgüter und Ausstattungsgegenstände
    • pauschalierte Indirekte Ausgaben
  • Auszahlung
    Auszahlung des Zuschusses erfolgt in der Regel vierteljährlich, soweit die Ausgaben getätigt, nachgewiesen und von der NBank geprüft sind.
  • Verbot der Doppelförderung
    Eine Fördermittelkombination mit ESF-Mitteln anderer Bundes- oder Landesprogramme oder mit anderen EU-Mitteln (z. B. aus EFRE, ELER oder EMFF) ist ausgeschlossen.

Voraussetzungen

  • Ausbildungsverträge müssen im Rahmen einer betrieblichen Ausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen nach dem BBiG, der Handwerksordnung oder dem AltPflG abgeschlossen sein.
  • Antragsteller muss in seiner Projektdarstellung das Verbundmodell beschreiben und Angaben zur Anzahl der geplanten Ausbildungsplätze und der geplanten Ausbildungsberufe machen.
  • Bewertung und Priorisierung
    Basis dafür sind folgende Qualitätskriterien (Gewichtung durch Punkte):
    Bedingungen und Besonderheiten des Ausbildungsstellenmarkts (20):
    Strukturmerkmale wie Arbeitsmarktsituation, Bevölkerungsstruktur, Wirtschafts- und Betriebsstruktur und Nachfragestruktur (Kohortenstärke der Schulabsolventen) im Projektgebiet.
    Projektkonzeption (50):
    Konzeption und Methodik werden danach bewertet, wie gut sie auf die Zielsetzung abgestimmt sind.
    Querschnittsziele (30):
    Gleichstellung von Frauen und Männern, Nichtdiskriminierung und Chancengleichheit, Nachhaltigkeit, gute Arbeit.
    Projekt ist förderfähig, wenn es bei allen Kriterien mindestens die Hälfe der Höchstpunktzahl und insgesamt mindestens 75 Punkte erreicht.

Schritt für Schritt zur Förderung

Den Antrag auf Förderung stellen Sie bitte vor Beginn des Vorhabens über das Kundenportal der NBank.

Wie erfolgt die Antragstellung?

Über die Internetseite der NBank kommen Sie zu unserem Kundenportal. Sie werden Schritt für Schritt durch die Antragstellung geführt und reichen den Antrag sowie die zusätzlichen Dokumente schließlich online ein. Zusätzlich drucken Sie den Antrag bitte aus und lassen ihn uns unterschrieben postalisch zukommen.

Wenn Sie sich das erste Mal in unserem Kundenportal anmelden, müssen Sie sich zunächst registrieren. Die Registrierung ist nur einmalig erforderlich und ermöglicht Ihnen auch zukünftige Rückmeldungen, Antragstellungen und Abrechnungen. Anschließend loggen Sie sich ein und beginnen mit der Antragstellung. Bitte füllen Sie den Antrag sorgfältig aus.

  • Antrag Ausbildungsverbünde

Diese Unterlagen finden Sie im Kundenportal oder auf der Förderprogrammseite.

Die NBank behält sich vor, von Ihnen ergänzende Unterlagen anzufordern, sofern dies für die Bearbeitung notwendig ist.

Bitte senden Sie den Antrag und alle erforderlichen Anlagen zunächst in elektronischer Form über das Kundenportal ab. Zusätzlich senden Sie bitte den Antrag einschließlich der zusätzlich benötigten Dokumente an esf-ausbildungsverbuende@nbank.de . Anschließend drucken Sie bitte alle Unterlagen, in denen Ihre Unterschrift angefordert wird, aus und senden diese unterschrieben im Original per Post an:

Investitions- und Förderbank
Niedersachsen – NBank

Günther-Wagner-Allee 12–16
30177 Hannover

Wenn Sie sich eine persönliche Beratung und Hilfestellung bei der Antragstellung wünschen, nehmen wir uns gerne Zeit für Sie. Rufen Sie uns an oder vereinbaren Sie einfach einen Termin für ein persönliches Beratungsgespräch.

Ihre Ansprechpartnerin
Montag bis Freitag von 8:00 bis 17:00 Uhr

Petra Falk
Tel: 0511 30031-817
Fax: 0511 300031-11817
petra.falk@nbank.de

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Formulare Verwendungsnachweis (2)

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Arbeitshilfen & Merkblätter (7)

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Informations- und Kommunikationspflichten (2)

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Rechtliche Grundlagen (11)

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Lokal Pflegekräfte gewinnen, aber wie?

Das NBank-Programm „Ausbildungsverbünde“ wurde ursprünglich entwickelt, um junge Leute in eine Ausbildung zu bringen. Heute fehlen die Anwärter, nicht die Ausbildungsplätze. Gerade die Pflegebranche sucht vielerorts händeringend Nachwuchs. Uelzen wollte sich mit der Situation nicht abfinden.

Dort gründete sich der Ausbildungsverbund „Pflege Region Uelzen und Umgebung“, um geeignete Bewerberinnen und Bewerber zu finden – im Ausland. Dieter Ruschenbusch beschreibt die Lage: „In Uelzen haben wir ein Netzwerk Altenpflege, um vor Ort gute Strukturen zu sichern. Aber alleine durch Messen und Schulbesuche finden wir die benötigten Kräfte nicht. Deshalb haben wir mit den Paritätischen den Verein gegründet.“

Mitglieder sind die privaten Pflegedienste, Pflegeeinrichtungen und die Wohlfahrtsverbände vor Ort, für die der Verbund den Anwerbungsprozess managt – gefördert durch NBank-Zuschüsse aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) und Landesmitteln.

Aus der Praxis

»„Natürlich muss man sich mit den Auswirkungen einer Anwerbung im Ausland für die Menschen, für die Heimatländer und für unsere Gesellschaft befassen.“«
Dieter Ruschenbusch, Bereichsleiter Deutsche Angestellten-Akademie (DAA), Uelzen, und Geschäftsführer im Ausbildungsverbund „Pflege Region Uelzen und Umgebung“

„Wir haben die Ausschreibungen gestaltet, Bewerbungen gesichtet und sind bis heute die zentrale Kontaktstelle“, berichtet Ruschenbusch. „Die ersten Bewerbungsgespräche fanden über Skype statt. Wir sind erstaunlich schnell zusammengekommen.“

In dem Pilotprojekt wurden 25 Bewerberinnen und ­Bewerber gesucht. 50 meldeten sich. Letztlich kamen 15 angehende Auszubildende zwischen 25 und 47 Jahren zu einer Willkommenswoche nach Uelzen. 14 von ihnen sind seit April 2017 in der Ausbildung und besuchen begleitend die Berufsfachschule Altenpflege, die staatlich anerkannte Ersatzschule der DAA. Der Uelzener Ausbildungsverbund half bei der Suche von WG-Wohnungen, bei Behördengängen und unterstützt, wenn heute ein Problem auftaucht.

„Man braucht Durchhaltevermögen. Alle Prozesse müssen dokumentiert werden. Die Agentur für Arbeit prüft, ob die Arbeitsbedingungen deutschen Standards entsprechen und ­bevorrechtigte Bewerber zu berücksichtigen sind. Der europäische Rechnungshof prüft wieder anders“, erklärt Ruschenbusch. „Es geht eben sauber zu. Bei den Konditionen hat uns die NBank gut beraten.“

»„Anwerbung von (ausländischen) Fachkräften muss immer sowohl die Gegebenheiten im Herkunftsland, die individuellen Umstände der Personen als auch die Anforderungen in Deutschland berücksichtigen. Damit Anwerbung… gelingt, muss diese fair, human, unter Beachtung der Menschenrechte und verantwortungsbewusst gestaltet werden.“«

Gute Pflege braucht Verständigung

Sie sind aus Bosnien-Herzegowina und Serbien gekommen, um in Niedersachsen Hilfsbedürftige zu pflegen: eine 28-jährige Englischlehrerin, ein 47-jähriger Diplomjurist, ein 31-jähriger Wirtschaftstechniker.

Für die meisten Anwärter war es kein kompletter Neustart. Der Kosovo-Krieg, Ende der 1990er Jahre, hatte sie schon einmal nach Deutschland geführt. Sie lernten hier die Sprache, die Kinder gingen zur Schule, einige bis zum Abitur. Dann wurden die Balkanstaaten sichere Drittländer, die Flüchtlinge gingen wieder. Oft ohne Perspektiven in der Heimat, bis heute.

„Gute Pflege ist ohne gute Verständigung nicht möglich“, erläutert Ruschenbusch. „Das schien bei der Anwerbung die größte Hürde. Doch unsere Bewerber können verblüffend gut Deutsch. Für uns sind sie ein Glücksfall. Natürlich muss man sich mit den Auswirkungen einer Anwerbung, für die Menschen, für die Heimatländer und für unsere Gesellschaft befassen. Die Lösung, die wir für unsere 14 Neuankömmlinge gefunden haben, hilft beiden Seiten wirklich.“

Was für den Verein auch wichtig war: Ein Pflegesystem wie in Deutschland gibt es in den Herkunftsländern nicht. Es wurden keine Fachkräfte abgezogen. Eine erste Evaluation per Fragebögen für die Ausbilder und Azubis bestätigt das Projekt. „Die Suche im Ausland wird das Fachkräfte-Problem nicht lösen“, betont Ruschenbusch. „Wir brauchen eine Besserstellung des Berufs. Aber es ist eine Freude, unsere angehenden Pflegekräfte in der Schule zu sehen. Sie sind bei uns angekommen.“

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